„…denn ich war Napoleon!“ Impulse für ein Umdenken über Reinkarnation

Mein Top-Reinkarnationswitz geht so: Im Wartezimmer eines Psychiaters sitzen zwei Männer.

Ein dritter kommt dazu, setzt sich aber nicht, sondern stolziert durch den Raum, die rechte Hand auf den Bauch gepreßt, und murmelt ständig vor sich hin: „Je suis grande, je suis magnifique, grandiose, formidable!“

Da wird es einem der beiden anderen zu bunt: „Sagen Sie mal, haben Sie eine Ecke ab oder was? Wer sind Sie überhaupt?!“

Mit erhobenem Haupt ant-wortet der so Angesprochene mit leicht französischem Akzent: „Ich bin es, Seine Majestät Napoleon Bonoparte, mein Herr!!“

Darauf der erste: „Also so´n Quatsch, woher wollen Sie denn das wissen?“

Darauf der stolze Napoleon: „Oh, das hat mir Gott selbst gesagt!“

Worauf sich der Dritte wütend erhebt und knurrt: „Was soll ich gesagt haben?“

Nur zurück ins Fleisch?

Es scheint an der Zeit, den Begriff der Reinkarnation zu entstauben oder ihn zumindest auf den Prüfstand der neuesten Erkenntnisse aus Physik, Biologie, Psychologie, Medizin, Religion, Archäologie und sogar der  Anthropologie zu stellen.

Die Behauptung, eine Seele habe sich re-Inkarniert, sei also wieder „Fleisch geworden“, „ins Fleisch gegangen“, (lat./ ital.= carne), scheint diese Art der Wiederkehr zumindest in der öffentlichen Diskussion auf menschliche oder tierische Körper zu beschränken (oder hörten wir bisher schon mal jemanden sagen: „Oh, der neue Kaktus ist eindeutig  Egon, mein langjähriger Fensterbrett-Gefährte, aber echt – wie aus dem Stachel geschnitten!“)?.

Da die moderne Biologie im Arbeitsverbund mit der Physik jedoch ein Seelenleben der Pflanzen längst bestätigt hat, müßte das «Carne» also schon mal ersetzt resp. erweitert werden (außer wir reden hier vom Begriff «Fruchtfleisch»…).

Vorstellbar wäre z.B. (der zugegeben etwas hölzerne) Begriff einer «Re-Manifestation», der offenläßt, aus welchen Quellen die Informationen (Bewußtseinseinheiten?) geschöpft werden, die sich erneut z.B. in einem aktuellen Tagbewußtsein zeigen.

Quantenphysik et altera

Die beiden Erkenntnisse, daß erstens im Universum höchstwahrscheinlich alles mit allem verbunden (oder wie es Physiker/innen in ihrer Fachsprache nennen: verschränkt) ist, und zweitens, daß Information erhalten zu bleiben scheint, also grundsätzlich nicht verloren-gehen kann, wirft eine ganze Reihe von Fragen auf.

Betrachten wir zunächst die derzeit herrschende Vorstel-lung, eine «Seele» eines Ver-storbenen würde sich irgendwann einen neuen Körper suchen. Da taucht schon die erste Schwierigkeit auf: Selbst ernst zu nehmenden Persönlichkeiten scheint es ab und an zu gelingen, mit Verstorbenen „ins Gespräch zu kommen“ – ist es dann so, daß diese Verstorbenen noch in einem besonderen Zustand verharren, also noch keinen neuen Körper fanden?

Nachdem jedoch solche (manchmal «spiritistisch» genannten) Sitzungen, über die Jahrzehnte dokumentiert, auf eine verblüffend große Zahl von «Seelen» zurückgreifen können, die interessanterweise meist aus dem persönlichen Umfeld der Fragenden stammen, also z.B. ehemalige Verwandte oder Freunde, verwundert doch zunächst, daß diese «Seelen» noch keinen neuen Körper fanden?

Da uns die Quantenphysik jedoch die verblüffendsten «Verschränkungen» zumutet, wäre natürlich auch folgendes Modell denkbar: Die gesammelte Information aus der irdischen Existenz Napoleons bleibt sozusagen als homogenes Energiefeld erhalten, während eine Kopie davon sich einen neuen Körper sucht, so daß, sozusagen zeitgleich, mit dem gespeicherten Energie / Informationsfeld des Herrn Bonaparte kommuniziert werden kann, während dessen Kopie heute seelenruhig, nunmehr Fritz Meier heißend, durch unser oben erwähntes Wartezimmer marschiert?

Informationen in der Aura

Zwei über jeden Verdacht erhabene Persönlichkeiten, die ihr Leben dem verschrieben haben, was heute noch «Aurachirurgie» genannt wird, werden, ebenso wie die von ihnen in dieser medizinischen Kunst Ausgebildeten, täglich damit konfrontiert, daß sich Blockaden in den Körpern der von ihnen behandelten Ratsuchenden zeigen, die nach chirurgischer Einschätzung auf (nicht selten tödliche) Verletzungen zurück zu führen sind, die sich im Energiefeld der Hilfesuchenden gleichsam wie eine Erinnerung manifestiert zu haben scheinen.

Interessanterweise lösen sich diese Beschwerden jedoch nach gezielten und erprobten Maßnahmen und Handgriffen sozusagen in Nichts auf [1])!

Es scheint sich also so darzustellen, daß sich im Energiefeld des jeweiligen Individuums eine Information manifestiert hat, die auf eine gespeicherte Erinnerung zurückgreift.

Da die Methoden der heute noch so genannten «Aurachirurgie» in ihrer Seriosität inzwischen über jeden Zweifel erhaben sind und mittlerweile nicht nur durch Zehntausende von Erfolgsgeschichten profundes empirisches Material liefert und vermehrt sogar die Aufmerksamkeit etablierter und respektierter Chirurgen der klassischen Medizin auf sich ziehen, dürfen die beschriebenen Effekte getrost als nicht anzuzweifeln betrachtet werden – die normative Kraft des Faktischen…

Und jetzt wird es spannend: Steht da vor der Aurachirur-gin, dem Aurachirurgen die wieder ins Fleisch gewanderte Seele des armen Schluckers, der z.B. damals als Bäcker in Nürnberg zu kleine Brötchen buk und deshalb der sogenannten «Bäckertaufe» unterzogen wurde und dabei (leider zufällig) ertrank, oder wurde da Information aus dem grossen Speicher angezapft, die mit dem 2018 lebenden Individuum in keinerlei direktem Zusammenhang steht? [2])

Exkurs zu Religiösem

Als 1992 eine interessante Arbeit zur Frage: „Kehren die Opfer des Holocaust wieder?“ (Deutscher Titel, Rudolf Gee-ring Verlag 1997) erschien, verwunderte mich das umfangreiche empirische Material des Autors [3])

Die Seriosität von Gershoms Recherchen ist nicht anzuzweifeln. Was aber nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, daß die Schlußfolgerungen aus seinem umfangreichen Material implizieren, daß eine vormals «jüdische Seele» sich wieder in einem «jüdischen Körper» «inkarnierten».

Nun mag es der Tatsache geschuldet sein, daß zu seinen Gesprächspartner/ innen eben nur Menschen gehörten, die sich «Juden» nennen – hier ist noch Platz für viel Forschung, zum Beispiel zur Frage, wer sich als Nicht-Jude an eine jüdische Vergangenheit erinnert.

Besonders interessant ist an Gershoms Beobachtungen jedoch folgendes:

Nachdem es längst erwiesen ist, daß es eine jüdische Rasse gar nicht gibt und nie gab  [4]), sondern sich das Judentum lediglich als Religion definieren kann, aber in gar keinem Fall als ethnische Gemeinschaft [5]), verwundert die Tatsache, daß sich Menschen, die sich sehr überzeugend und sehr konkret z.B. daran erinnern, wie und wo sie zu Zeiten der Naziherrschaft ums Leben kamen, als wiedergeborene Juden fühlen.

Der orthodoxe Islam wiederum lehnt die Lehre von der Seelenwanderung strikt ab – hic et nunc ein guter Mensch und dann direkt ab ins Paradies… im besten Fall.

Eine detaillierte Analyse des jeweiligen Umgangs der einzelnen Religionen mit der Thematik würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und wäre zudem wenig hilfreich.

Es darf jedoch das auf bayrisch überaus wohlklingende Fazit gelten: „Nix gwies wos mer nie net!“

Reinkarnierte Wunderkinder?

Bemerkenswert ausführliches und bestens dokumentiertes Forschungsmaterial zur Frage «Reinkarnation ja oder nein?» lieferte der US-Amerikaner Ian Stevenson von der University of Virginia [6])

Interessant erscheinen die zahlreich dokumentierten Fäl-le von Kindern, die sich nicht nur präzise an Orte erinnern konnten, die sie noch nie besucht hatten, sondern sie verfügten auch bereits über verblüffende und nicht altersgemäße Fähigkeiten.

Die überwiegende Zahl der von ihm ca. 1600fach dokumentierten Fälle berichtet von solchen Kindern vorwiegend aus dem indischen Subkontinent, aus Südostasien und dem mittleren Osten, wo der Glaube an Reinkarnation am stärksten ist.

Die meisten von ihnen glaubten, sich an ein früheres Leben zu erinnern.

Lyall Watson, der sich zunächst als Biologe mit der Welt jenseits des Sichtbaren in seinen weltweit Aufsehen erregenden Büchern beschäftigte, faßt Stevensons Forschungsergebnisse wie folgt zusammen:

„Was (das Kind) über sein früheres Leben berichtet, stimmt meistens mit seinem Verhalten überein; es weigert sich zum Beispiel, niedere Arbeiten zu verrichten, egal, wie arm seine Familie ist, wenn es behauptet, früher eine wohlhabende Person gewesen zu sein. Oft bittet das Kind, daß man es zu Orten bringt, an die es sich erinnert, und wenn die identifiziert werden können und sich die Reise verwirklichen läßt, stellt man gewöhnlich fest, daß 90% der Angaben über das Leben und die Umgebung der Person, an die es sich zu erinnern behauptet, richtig sind. Nach dem Alter von fünf Jahren scheinen die Erinnerungen an das frühere Leben zu verblassen und verschwinden meistens ganz, und mit ihnen das durch sie hervorgerufene ungewöhnliche Verhalten.“ [7]) – besonders interessant erscheint in diesem Zusammenhang jedoch sein Hinweis, daß in keinem der zahlreichen von ihm recherchierten Fälle sich ein westliches Kind jemals so geäußert hätte (oder hat etwa Mozart seinem Vater als kleiner Junge je erzählt, an welchem Klavier in welcher Stadt er vor 1756 in die Tasten hackte…?

Multiple Persönlichkeiten

Als wäre das Ganze noch nicht kompliziert genug: Die Forschungsergeb-nisse zum Phänomen der sogenannten «multiplen Persönlichkeiten» fügen einen weiteren Aspekt hinzu, um uns zu raten, vorsichtig mit der Behauptung umzugehen, wir seien hier und jetzt die Inkarnation von jemand anderen: Vielleicht sind wir ja zugleich (latent) stets auch jemand anders?

Hochinteressant ist die übereinstimmende Beobachtung der Psychiater, die sich mit multiplen Persönlichkeiten beschäftigen, daß der Wechsel zu einer anderen Persönlichkeit wie eine Flucht erscheint, um einer bedrückenden Situation entfliehen zu können.

Lyall Watson: „Diese Flucht ist eindeutig eine Strategie des Unbewußten, die zur Aufsplitterung eines einzelnen Bewußtseins führt. In ihrem separaten Zustand bestehen die getrennten Selbste gleichzeitig. Wenn eines die Führung übernommen hat, sind die anderen vorübergehend abgekoppelt (…)“. [8])

Die jeweiligen unterschiedlichen Persönlichkeiten überlappen dabei einander nie, erwecken also bei einem voreingenommenen Beobachter, der von Reinkarnation überzeugt ist, zum Beispiel im Rahmen einer der ach so angesagten «Rückführungen» den Eindruck, man wäre in Kontakt mit einer homogenen Persönlichkeit.

Der Fall des zum Zeitpunkt seiner Untersuchung damals etwas 27jährigen Afroamerikaners Jonah, der zusammen mit  vier verschiedenen «Selbst» lebte, ist dabei noch ein „kleiner Fisch“ [9]): Cornelia Wilbur, eine New Yorker Psychoanalytikerin, brachte es immerhin auf 16 unterschiedliche Persönlichkeiten „unter einem Dach“  [10]).

Aber im Rahmen dieser Gedankenführung ist es nicht erforderlich, auf das erdrücken-de Material an soliden Dokumentationen einzugehen.

Was uns aber daran brennend interessiert, ist die latente Möglichkeit, sozusagen permanent abrufbar jederzeit auf verschiedene Eindrücke, Erfahrungen etc. zurückgreifen zu können, die nicht in direktem Zusammenhang mit unserem derzeitigen Wachbewußtsein stehen.

Vielleicht gibt es sogar in unserer jetzigen, jeweiligen Be-wußtseinsform als Individuum eine ganz besondere Disposition zur Adaption sehr genau begrenzter Manifestationen aus dem riesengroßen Pool dessen, was je seinen Stempel in das unerschöpfliche Weltgedächtnis drückte?

Disposition

Meine eigenen Überlegungen gehen immer mehr in die Richtung, unserem persönlichen Bewußtseinsstatus eine ganz spezifische, nur uns selbst hier und jetzt als einmalige Disposition geschenkte Persönlichkeitsstruktur zuzuschreiben, um bestimmte, im riesigen Quantenmeer schwimmende Eindrücke und Impulse aufzugreifen.

Das Empfinden, das nach aktuellen Schätzungen ca. 70 % aller Menschen schon erlebten, nämlich eine Situation, einen Ort schon einmal erlebt oder gesehen zu haben – ein sogenanntes déja-vu – mag wie eine Art Schmutzeffekt ins Wachbewußtsein aus dem schwappen, was höchstwahr-scheinlich nicht nur in unserer DNA, sondern sogar in jedem einzelnen Elektron als eine Art von «Weltgedächtnis» schlummert, wie es der geniale und leider viel zu selten zitierte Physiknobelpreisträger Jean Charon behauptete [11])

Und diese Disposition ist dann wohl primär eine Disposition zum Empfangen von Emotionen, was wiederum erklären würde, daß angebliche Erinnerungen an frühere Leben durchaus ins Mittelalter oder in archaische Vorzeit zurückführen können  – entscheidend ist höchstwahrscheinlich die aktuelle Lebenssituation der oder desjenigen, die oder der dann auf Wissen und
Erfahrung in ihrer oder seiner ganz realen, aktuellen Problematik zurückgreifen könnte – ein weiterer Forschungsansatz und -auftrag im Rahmen einer «SYNTHESE DER WISSENSCHAFTEN» .

Ego, Schuld und Karma

Das wachsende Interesse am Thema Wiedergeburt geht in verräterischer Klarheit einher mit dem wachsenden Egozentrismus des europäischen Menschen und marschiert Hand in Hand mit der vereinsamenden Wirkung der Individualisierung und dem geradezu manischen Bestreben, das Ich ständig im Fokus zu behalten (s. die Mode der «Selfies» oder das permanente WhatsApp -oder Facebookmitteilungsbedürfnis an andere über eigene Befindlichkeiten).

Was patriarchalische Strukturen wie Religionen, Kirchen und Sekten dem Menschen als seit Jahrtausenden funktionierendes Manipulationsinstru-ment vor Augen halten, ist die Warnung: „Du bist schuldig..!“

Und vergib uns unsere Schuld / wie auch wir vergeben unseren Schuldigern…“ wird schon Kindern als Bitte an den «lieben Gott» eingepflanzt – was Wunder, fühlt sich der (vom Christentum geprägte) arme Schlucker in Zentraleuropa minderwertig und versucht in Panik aufzuzeigen, daß er es aber nun wiederum doch nicht sei.

Als sei dies nicht schon ein genug belastender Seelenpanzer, erfanden kluge Manipulatoren das Konzept des «Karma» – fertig ist die (unselige) Trinität aus „Es dreht sich alles um dich“, „du lädst ständig Schuld auf dich“ und „du bist vorbelastet!“.

Die unsägliche (christliche) Idee der «Erbsünde» machte dann den Deckel dicht. Die von Religionen und modernen Heilslehren aller Art perfekt aufbereitete Manipulationsmasse genannt Mensch, erfreut sich, religiösen und pseudoreligiösen Führern folgend, nicht einfach ihres jetzigen Lebens, sondern ringt verzweifelt mit angeblichen alten Existenzen und einer mühsam abzubauenden Schuld (die allerdings sogar schon über Ablaßzettel abzutragen war und heute als Spenden oder Honorare an hochkarätige Volksverführer aus dem esoterischen Dunstkreis bezahlt wird).

Mein Fazit

«Ich» und «Ichbewußtsein» sind bei weitem noch nicht für einen allgemeinen Konsens aufgearbeitete Phänomene.

Und als genau spezifiziertes, präzise definiertes und rund-um erfaßtes und organisiertes Individuum 2018 durch den Alltag zu gehen, scheint nach all diesen Beobachtungen als  eine höchst komplexe Aufgabe.

Warum sich nicht einfach damit begnügen, ein anständiger Mensch zu sein und all die Verstorbenen oder ehemaligen eigenen „Existenzen“ dort lassen, wo sie hingehören, nämlich ins Gestern?

Die offensichtlich grenzenlose Fähigkeit des Unbewußten, Informationen aus welchen Quellen auch immer zu sammeln und zu strukturieren, sollte uns davor bewahren, denen zu folgen, die behaupten, sie hätten die Wahrheit gefunden. Wir sollten denen folgen, die die Wahrheit suchen.

Die phänomenalen Erkenntnisse, vor allem aus der Beschäftigung mit der Lehre über Quanten, verbannt alle Scharlatane, die nicht den steinigen Weg der bewährten Vorgehensweise der klassischen Wissenschaft beschritten [12]), aber als Trittbrettfahrer alten Wein in neuen (Quanten) -schläuchen verkaufen wollen, zum Kreuzverhör dazu, wie tief und solide sie wirklich eingetaucht sind in die Materie.

Klar: „Geld machen“ läßt sich mit «Rückführungen» und dem Schlagwort «Reinkarnationۚ! Aber das „cui bono?“ wird wohl nur eine Antwort kennen: Zum Wohle des Bankkontos des Meisters…

Abschließend lasse ich gerne noch Lyall Watson zu Wort kommen, dem ich in meinem neuen Buch [13])  ein Kapitel mit dem Untertitel „Der Herr der 1000 Quellen“ widme:

„(Es gibt) keine Notwendigkeit, unirdische Elemente zu postulieren, um scheinbar übernatürliche Ereignisse zu erklären. Im genetischen Gedächtnis, in der prä- und postnatalen Erfahrung und in unserer erstaunlichen unbewußten Kreativität ist genug vorhanden, um bequem mit fast allen Fällen zurechtzukommen, die den Gedanken an fremde Intervention, Besessenheit von Geistern oder Dämonen oder Reinkarnation aufkommen lassen.“  [14])

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1) Künlen, Matthias. Lehrbuch der Aurachirurgie / Medizin im 21. Jahrhundert. BOD 2017 und Gerhard Klügl und Tom Fritze, Quantenland. Ein Leben als Aurachirurg. Arkana 2012

[2]) Wikipedia: Bäckerschupfen oder Bäckertaufe war im Mittelalter eine Bestrafungsform für Bäcker, welche Brot mit zu geringem Gewicht oder von minderwertiger Qualität herstellten. Eine solche Bestrafung wurde von der Bevölkerung oftmals als eine Art von Volksfest gefeiert, bei welchem der Bäcker öffentlich an den Pranger gestellt wurde. Der schuldig Gesprochene wurde in einem Schandkorb (Schupfe, Prelle) oder mittels einer Wippe einige Male in Wasser oder in Unrat getaucht, zusätzlich wurde er von den Anwesenden mit Steinen beworfen und gedemütigt.
Eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung nebst historischer Anekdote über einen solchen Bäcker kann in Roth bei Nürnberg und im Mühlenmuseum in Gifhorn besichtigt werden.
(Anm.: Ob diese Maßnahme für die Inhaber deutscher Großbäckereien zu einer Verbesserung der Brotqualität führen könnte, wird vom Autor derzeit untersucht…)

[3]) Gershom, Yonassan. Beyond the ashes. Cases of reincarnation from the holocaust. A.R.E. Press Virginia Beach 1992

[4]) Ein typischer osteuropäischer Jude („Aschkenasim“) unterscheidet sich äußerlich von einem arabischen
Juden so offensichtlich, daß außer zwei Beinen, zwei Armen und einem Kopf kaum Übereinstimmung,
geschweige denn „Rassemerkmale“ festgestellt werden können.

[5]) Siehe hierzu Roger Garaudy «Der Fall Israel», DIALOGPRESS  (Der historische Mythos, S. 29ff)

[6]) Stevenson, I. „The evidence for survival from claimed memories of former incarnations”, Journal of the American Society for Psychical Research 54: 51-71, 1960

[7]) Watson, Lyall, in: Der unbewußte Mensch („Lifetide“). Umschau-Verlag 1979, S. 353 ff

[8]) Watson, Lyall, a.a.O.

[9]) Ludwig, A.M. et.al. “The objective study of a multiple personality”, Archives of General Psychiatry 26: 298-310, 1972

[10]) Schreiber, F. R Sybil. Allan Lane: London, 1974

[11]) Charon, Jean, Der Geist der Materie

[12]) Damit meine ich: Studieren, lesen, Querverbindungen herstellen, recherchieren, eigene Standpunkte hinterfragen, sich stets auf dem aktuellen Stand des jeweiligen Wissensgebiets halten („state of the art“)

[13]) Lorenz, Hugh, Die medizinische Hintertreppe – Aspekte der modernen Medizin, LORENZ.PUBLISHING., erscheint Mitte August 2018

[14]) Watson, Lyall, a.a.O. S 342

Der Leib als Instrument der Seele – Aspekte der modernen Medizin (1)

„Es geht nicht darum, den anderen des Irrtums zu überführen, sondern sich mit ihm zusammen in einer höheren Wahrheit zu treffen[1]), schrieb Blaise Pascale in den Pensées – wer in diesen
Tagen Gesundheit und Krankheit zum Thema hat, wer Arzneien und medizinische Therapien anbietet, sollte immer wieder an diese These erinnert werden!

So gerät zum Beispiel jemand aus dem Lager, das als Alternativ- oder Komplementärmedizin bekannt ist, nicht selten in Versuchung, die etablierten «Götter in Weiß» als bereits vom Sockel gestürzte Säulenheilige zu sehen;

und die dermaßen angeschwärzten, weißbetuchten Götter verdrehen gerne die Augen, wenn von Homöopathie, Aurachirurgie, Hypnosetherapie oder Geistheilung die Rede ist – gibt es denn tatsächlich eine höhere Wahrheit, in der sich beide der auf den ersten Blick Lichtjahre voneinander entfernten Lager friedlich, kooperationsbereit und im besten Fall sogar neugierig auf eine neue, gemeinsame Wahrheit, treffen könnten?

Menschenbild

„Wir brauchen kein neues Menschenbild, wir müssen das alte nur richtig verstehen“, sagte Peter Bieri, Prof. f. Philosophie an der Freien Universität Berlin, in einem SPIEGEL-Interview im Oktober 2005.

Dann fragen wir doch zunächst nach dem „alten Menschenbild“ – gibt es bei der Formulierung eines solchen überhaupt einen Konsens zwischen Vertreterinnen und Vertretern beider Lager?

Der Begriff «ganzheitlich» ist ein Lieblingsbegriff der Alternativ- und Komplementärmedizin. Bei näherem Hinsehen jedoch muß von diesem Lager eingeräumt werden, daß dieser terminus technicus wohl etwas zu hoch gesteckt ist. Er sollte daher wohl vorläufig etwas zurückhaltender gebraucht werden.

Ein Beispiel: Wer Kranke isoliert von deren sozialem Umfeld therapiert, übersieht die inzwischen eindeutig nachgewiesene Komponente des gravierenden Einflusses von alltäglichen Lebensumständen, Partnerschaftsbeziehungen, Bedingungen am Arbeitsplatz und anderen sozialen Vernetzungen, in denen nicht selten die wahren Ursachen für Krankheit und Leiden zu sehen sind.

Ganzheitlich sieht allein der liebe Gott die Dinge, wir Menschen sollten einräumen, daß unsere Sichtweise sich zwar ständig erweitert, aber von einem wirklich ganzheitlichen Verständnis des Menschen sind wir noch weit entfernt, da wir ja noch nicht einmal das Universum in all seiner Komplexität verstehen, in das wir kleine Menschlein eingebettet sind.

Es ist, bei allen Theorien, die durch die Arbeit höchst seriöser Frauen und Männer aus vielen unterschiedlichen Disziplinen immer solider und realistischer formuliert werden, noch keine verläßliche, für alle Menschen gültige Matrix formuliert, um überhaupt zu bestimmen, was Menschsein per se bedeutet.

Wer also isoliert zum Beispiel Reinkarnationstherapie anbietet, oder Hypnosetherapie, Farbtherapie, Klangtherapie, Atemtherapie usw., darf in keinem Fall behaupten, die Hilfesuchende, den Ratsuchenden rundum und ganzheitlich verstanden oder gar „geheilt“ zu haben.

Andrerseits erscheint das Menschenbild der Medizin, vor allem des vergangenen Jahrhunderts, auch heute noch in vielen Bereichen wie das Bild, das ein Kfz-Meister bei ATU von einem Auto hat:

„Oh oh oh . sieht nicht jut aus .datt ist die Lichtmaschine, aber null Problemo, tauschen wir gleich aus, zweihundertfünfzig Euro, dann läuft die Karre wieder..!

Als der Arzt Carl Ludwig Schleich, der jahrelang mit Virchow arbeitete, vor dem Chirurgenkongress in Berlin 1892 antrat, um seine wirklich sensationelle Erfindung dessen vorzustellen, was heute als «Lokalanästhesie» Alltag ist, blitzte er ab, wurde belächelt, angefeindet, ausgestoßen.

Der damals bereits berühmte Mediziner Friedmann tröstete ihn: „Gewiß, alles Gute den Menschen; nur nicht auf Kosten unseres mühsam erarbeiteten Ruhmes und der Methoden, von denen wir unsere Existenz polstern! (.) Der letzte Widerstand gegen eine Neuerung in der Medizin ist immer, daß Hunderttausende von Menschen davon leben, daß etwas unheilbar ist. Alle Institutionen, alle Berufe, ganze Gewerbe, Hotels, Sanatorien sind nun einmal darauf zugeschnitten auf diese freilich bedauerliche Tatsache (.), denn das Gesetz des ökonomischen Egoismus ist stärker als jede Humanitätsidee!“ [2])

Obwohl der modernen Ärzteschaft zugebilligt werden muß, daß sich etwas bewegt in Hinblick auf die Anerkennung anderer als nur rein mechanistischer Faktoren, die den homo erectus erectus gesund erhalten oder erkranken lassen, erinnert die Situation an einen Slogan der Studentenbewegung von 1968: „Unter den Talaren / der Muff von tausend Jahren!“.

Denn die spirituelle Komponente des Menschen gerade in dem so wichtigen Bereich seines Wohlbefindens, dem Erhalt seiner Lebenskraft und Lebensfreude, auszublenden und nur sehr, sehr schleppend zumindest die Erfahrungen der sogenannten Psychosomatik ansatzweise in Therapien einzubeziehen, scheitert hic et nunc schlichtweg daran, daß die GOÄ und das festgezurrte Kassenabrechnungssystem das nicht hergeben.

So mögen einzelne, durchaus verantwortungsvoll arbeitende Medizinerinnen und Mediziner in ihrem Behandlungszimmer, eingezwängt in eine kognitive Dissonanz, erkennen, daß da vor ihnen ein Mensch sitzt, der z.B. ein Arbeitsleben führen muß, das ihn krank macht. Aber leider muß er behandelt werden, wie der Kfz-Meister ein Auto «repariert», nämlich wie ein nach mechanischer Logik funktionierender Apparat aus Nerven, Knochen, Blutbahnen und … ach ja, und einem nicht selten gebrochenem Herzen…

 

Dolchstoß für die einseitig organorientierte Medizin

Nietzsche schrieb in «Menschliches, Allzumenschliches»: „Nichts rechnen wir einem Menschen so hart an, als wenn wir über ihn umlernen müssen.“

So ergeht es in diesen Jahren der medizinischen Forschung: Es muß umgelernt werden über den menschlichen Körper, ja, über all das, was wir Materie nennen – und das rechnen manche etablierten Medizinprofessoren den Wegbereitern komplementärer oder gar revolutionär alternativer Diagnosemethoden und Therapien meist hart an.

Wobei erstaunlich ist, daß es beinahe hundert Jahre gedauert hat, bis die Botschaft über unsere Irrtümer bei der Definition des Begriffs der Materie endlich auch bei den Lehrstühlen der Medizin ankommt. Denn Heisenberg, de Broglie, Planck, Schrödinger, Pauli und last but not least Einstein brachten das alte Weltbild schon spätestens in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts endgültig zum Einsturz.

„Mit siebzehn sieht man noch Bäume / mit siebzig nur Zwischenräume“, wie eine pfiffige Version des Schlagers aus den 1960ern lautet.

Nach siebzig Jahren Forschung in den Bereichen Quantenphysik, Quantenmechanik, Quantenbiologie und verwandten Gebieten sahen wir tatsächlich bereits in den 1990ern nur noch Zwischenräume: Nämlich das «Feld», wie es die Physiker nennen.

Und nichts als das Feld, nur hier und dort eine Erregung dieses Feldes: Das ist dann zum Beispiel die Tastatur, auf der ich diesen Text schreibe oder der Stuhl, auf dem ich sitze – alles erweist sich als eine Illusion, alles sind nur Zwischenräume, die kurzfristig erregt sind und uns als Materie erscheinen.

Einstein formulierte diese Erkenntnis in «Das Raum-, Äther- und Feldproblem» so: “Wir können daher Materie als den Bereich des Raumes betrachten, in dem das Feld extrem dicht ist … in dieser neuen Welt ist kein Platz für beides, Feld und Materie, denn das Feld ist die einzige Realität.

Und der große deutsche Physiker Walter Thirring beschreibt es in einem Artikel in «Bild der Wissenschaft» bereits im Jahr 1971 so: „Was uns als Teilchen erscheint, ist nur eine lokale Erregung des Feldes. Das Feld existiert immer und überall, es läßt sich durch nichts entfernen; es ist der Träger allen materiellen Geschehens. Es ist das «Nichts», aus dem das Proton die Pi-Mesonen schöpfte. (.) „

Wer hätte gedacht, daß sich aus dem auf den ersten Blick nüchternen Bereich der sogenannten «Quantenfeldtheorie» so weitreichende Schlußfolgerungen ergeben, daß sogar Religionen und philosophische Gebäude erschüttert werden!

Unser großartiger deutscher Philosoph Ernst Cassirer ging schon 1920 so weit zu behaupten, „Die Wirklichkeit (…) ist nicht die von Dingen, sondern von Gesetzen und Relationen.[3])

Und als wären all diese mittlerweile als erwiesen geltenden Erkenntnisse nicht schon Schock genug für unser herkömmliches, gewohnheitsmäßig fortgeschriebenes Welt-, Menschen-, Gesundheits- und Krankheitsbild, setzen mutige Vordenker noch eins drauf.

So war zum Beispiel eines der spannendsten wissenschaftlichen Paare Wolfgang Pauli und Carl-Gustav Jung. Pauli, als zunächst sehr rationaler Naturwissenschaftler und Mathematiker, öffnete Jung allmählich seine Traumwelt, was zu einer der fruchtbarsten Begegnungen des 20. Jahrhunderts führte, der Verbindung zwischen Quantenphysik und Psychologie.

Ich empfehle jeder und jedem an der Thematik der modernen Medizin Interessierten die Lektüre der Beschreibung dieser jahrelangen, wechselseitigen Inspiration, obwohl sie auf den ersten und zweiten Blick mit Medizin nichts zu tun hat, aber mit der Öffnung hin zu einem revolutionärem Weltbild, das alle Bereiche des Daseins berührt – die Lektüre lohnt sich. [4])

Jung präzisierte während der Periode der Arbeit mit Pauli die Begriffe der «Synchronizität» und des «kollektiven Unbewußten», die sich als entscheidendes Momentum in unser aller Alltag bestätigen;

Rupert Sheldrake griff in die gleiche Schatzkiste und formte unser Verständnis für das, was er «morphische Felder» nennt und was getrost als ein weiterer Beleg betrachtet werden darf für die Resonanz des Individuellen mit kollektiven Prozessen;

der «schlafende Prophet» Edgar Cayce erklärte seine in Trance diktierten Rezepte für kranke Ratsuchende als ein schlichtes Anzapfen dieses riesigen, allumfassenden Wissens, das raum- und zeitlos und offensichtlich von nahezu allen abrufbar das füllt, was die Physiker eben einfach nur «das Feld» nennen;

der international renommierte deutsche Biophysiker Dieter Broers überspringt alle künstlichen Grenzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, sieht Materie vor allem als geballte Information und zieht die Schlußfolgerung, „daß Liebe der elementare Grundzustand des Seins ist“ [5]);

Dr. Klaus Volkamer schließlich, ein ebenso renommierter wie international anerkannter Physiker, führte Messungen durch, die eindeutig beweisen, daß sich im Zustande tiefster Meditation das Körpergewicht verringert, ebenso im Tiefschlaf, und zieht daraus verblüffende Schlußfolgerungen zur Feinstofflichkeit – jenseits von Newton;

der renommierte Aurachirurg Gerhard Klügl spricht vom Prinzip der «karmischen Muster», die sich als Krankheiten in der derzeitigen Existenz manifestieren. [6]) Eine Überlegung, die Rudolf Steiner bereits 1908 so formulierte:

„Die Seele kämpft gegen ein unbrauchbares Organ, sie läuft Sturm gegen dasselbe und zertrümmert es. Das Organ wird zertrümmert unter dem Einfluß der Seelenkräfte. Die Folge davon ist die Reaktion: Es tritt ein Heilungsprozeß ein, um das Organ wieder aufzubauen. (.) Jetzt hat die Seele durch die Zertrümmerung eine andere Kraft in sich aufgenommen, so daß sie das nächste Mal, bei einer entsprechenden Wiederverkörperung, das Organ so gestalten kann, daß sie damit ihre Arbeit ausführen kann. So kann es die Krankheit sein, die uns tüchtig macht, in einem nächsten Leben das wieder gut zu machen, was wir in diesem Leben wiedergutmachen wollten, aber nicht konnten.

So ist die Krankheit ein Prozeß zur Aufwärtsentwicklung. Damit die Seele die dazu nötige Kraft entwickelt, muß das im jetzigen Leben nicht ausreichende Organ zertrümmert werden.

Das Gesetz, das da waltet, muß so ausgedrückt werden: Der Mensch muß sich seine Kräfte Stück für Stück dadurch aufbauen, daß er Widerstände in der physischen Welt überwindet. Das ist der tiefere Grund aller Krankheiten. Unsere jetzigen (…) Fertigkeiten waren unsere Krankheiten im früheren Leben.“ [7])

 No business like Showbusiness

Störend für bedächtig-umsichtig forschende und beobachtende Menschen, zu denen zu zählen ich mir erlaube, sind allerdings stets apodiktische Urteile, wie sie zum Beispiel gelegentlich bei Steiner, aber auch bei vielen Vertretern neuer medizinischer Therapien zu finden sind: „So ist es, und nicht anders!“.

Alles auf göttliche Eingebung zurückzuführen, mag nämlich nicht immer überzeugen, besonders, wenn Engel zu jemandem sprechen oder „die geistige Welt“ angezapft wird, was eine sehr individuelle Erfahrung ist und vom Umfeld weder verifiziert noch falsifiziert werden kann.

Wünschenswert wäre auch im Bereich der neuen Weltsicht von allen Vertretern, was wir als altmodisch-humanistisch erzogene und in der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts geformte Profis gelernt haben: Eine These, ein Konzept, eine Theorie zur Diskussion zu stellen, statt etwas als nicht zu hinterfragende Tatsache zu behaupten, als ein „a priori“ – eine gewisse „fragende Bescheidenheit“ wäre von Seiten vieler nicht selten selbst ernannter Gurus einer neuen Zeit angebracht.

Es war stets verlockend, Neues als Absolutes zu verkaufen. Aber Erkenntnisse, die Menschen nützen, helfen, wollen nicht «verkauft» werden, nicht auf dem Jahrmarkt der hochdotierten Referate gehoben werden … Jesus hatte wenig auf dem Konto, als er sich verabschiedete…

Die Erfahrung bei der Beschäftigung mit dieser Thematik zeigt: Auch hier sind es die Unauffälligen, die Zurückhaltenden, die sich nicht als Heilsbringer Darstellenden, bei denen wertvolle Antworten zu finden sind: „Folge denen, die die Wahrheit suchen und mißtraue denen, die sie gefunden haben!“

Konsequenzen für die aktuelle Medizin

„Medicus curat, natura sanat!“ (Der Arzt behandelt, die Natur heilt)– eine Besinnung auf diese wahrscheinlich auf Hippokrates zurückzuführende Einsicht drängt sich wohl als erstes auf, wenn wir Bilanz ziehen aus den bisherigen Überlegungen. So verstehen ihre Arbeit auch all die seriösen Medien, die Hilfesuchenden mit «Geistheilung» zu einem neuen Wohlbefinden verhelfen.

Das alles überragende Fazit aus all den neuen oder wiederentdeckten Erkenntnissen und Weisheiten lautet für die orthodoxe Medizin: Die Zeiten, in denen wir nur noch fremdbestimmt körperliche Symptome kurieren lassen, ohne deren in den Tiefen unserer
Persönlichkeit, unserer Seele, unseres inkarnierten Ichs schlummernden Ursachen nachzuspüren, werden bald der Vergangenheit angehören!

Es darf zurecht von einem einzigartigen Paradigmenwechsel gesprochen werden, von unumkehrbaren Prozessen, die die momentan noch das Gesundheitswesen dominierende Medizin zunächst ergänzen, letztlich aber nahezu völlig in die Nische der Notfall-Reparaturen verweisen dürfte.

In den 1980er Jahren interviewte ich in der Schweiz den Physiker, promovierten Mediziner und Naturheilarzt Jürg Reinhard und lernte in den Folgejahren seine großartigen Bücher kennen und schätzen. Im Inhaltsverzeichnis seines Buches «Heilung aus dem Kosmos»[8]) findet sich zum Beispiel die Kapitelüberschrift «Wie Sternenkräfte in den Menschen gelangen». Alleine dieses Thema würde in einem erneuerten Medizinstudium zwei, drei Semester benötigen!

In Dr. Reinhards Standardwerk «Unerhörtes aus der Medizin» [9]) findet sich die Kapitelüberschrift «Um die Krankheit an der Wurzel zu fassen, müßte der kranke soziale Organismus kuriert werden» – hier liegt die doppelte Herausforderung für eine zeitgemäße Medizin.

Denn da es, um mit Adorno zu sprechen, „kein richtiges Leben im falschen“ [10]) gibt, fällt es uns allen immer schwerer, in einer entsinnlichten, virtuellen, vom Zwang der Ökonomie geprägten Leben seelisch gesund zu bleiben.

Und da der Leib als Instrument der Seele wie ein Seismograph alle Erschütterungen in unseren Befindlichkeiten aufzeigt, wird die Medizin von morgen und übermorgen körperliche Symptome zum Anlaß nehmen, um u.a. zum Beispiel über die Aura, über den Astralleib, Zugang zur wahren Diagnose dessen zu finden, was wirklich krank ist an und / oder um uns herum.

Wir suchen (und werden finden!) „das Glück einer höheren, im Geist verankerten Gesundheit“ [11]), soviel steht wohl, bei all den wachsenden Bemühungen um ein Leben in einem bitteschön endlich mal richtigen Leben, außer Zweifel.

Mutige Wegbereiter zu einem mit sich selbst und dem Universum versöhnten Menschen haben längst erkannt, was Dieter Duhm, der Universalgebildete, so auf den Punkt brachte:

„Der Kern des Menschen ist metaphysischer, übersinnlicher, transzendentaler Natur. (.) Die These vom metaphysischen Zentrum des Menschen ist keine religiöse, sondern eine wissenschaftliche Aussage.“ [12]).

Gott reicht uns in diesen Jahren sozusagen die Hand: Gestern und heute bei Fortschritten in der Arbeit mit der Materie, wie wir sie bis anhin deuteten, was als Grundlage zum Beispiel für die moderne Technik als belastbar erwies.

Nun wird uns die Hand gereicht für eine erweitere Sicht auf Materie, wie sie sich geradezu in einem Erkenntnisquantensprung offenbart – was für ein Geschenk!

Meine Zwischenbilanz

„Es ist nicht Sache der Lebenden, sich über die Ärzte zu beklagen“, schrieb Honoré de Balzac in «Pierre Goriot», mit der von ihm gewohnten Ironie.

Anstatt uns erst nach unserem Hinschied über unsere Ärzte zu beklagen, sollten wir sofort mit ihnen zusammen den mühsamen Weg des Analysierens, des kritischen und gegebenenfalls auch sich selbst und die angewandten Methoden Hinterfragens und des Förderns einer kopernikanischen Wende in der Medizin gehen, weg von der Fokussierung auf den sichtbaren Körper, hin zu dem, was diesen physischen Körper eigentlich prägt.

Die individuelle Gesunderhaltung und / oder Gesundung mag durch Yoga und andere Praktiken vorangetrieben werden – solange sich jedoch unsere Gesellschaft in ihren Grundstrukturen nicht ändert, solange Menschen vor allem in der Arbeitswelt gedemütigt, aus­gebeutet, gestreßt werden, solange nicht bereits in der Kindheit eine sich selbst liebende und akzeptierende, innere Harmonie gefördert wird, kann der gesamte Volksköper nicht gesunden.

Somit ist die medizinische Revolution auch und vor allem eine politisch-ökonomische.

Was Wilhelm Reich, dem Entdecker der universellen Energie, die er «Orgonenergie» [13]) nannte, angetan wurde, darf sich nicht wiederholen: Entdeckungen, die dazu führen können, daß Menschen mit geringstem Aufwand medizinische Hilfe zugute kommt, die nicht von medizinischen Monopolisten für teures Geld verkauft wird, sondern mit einfachsten Mitteln zugänglich ist, wie z.B. Aurachirurgie, Geistheilung und Nutzung der «Orgonenergie», gehören in liebevolle Hände statt in ökonomische Mega-Strukturen.

Wilhelm Reich: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ [14])

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[1] Il ne s’agit pas de condamner l’autre de l’erreur, mais de le rencontrer dans une vérité supérieure

 

[2] Carl Ludwig Schleich, in: Besonnte Vergangenheit. Rowohlt 1920, S. 252

[3]) Ernst Cassirer, Zur Einsteinschen Relativitätstheorie. Band 10 Gesammelte Werke Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt S. 96

[4]) Artur I. Miller, 137 – C.G. Jung, Wolfgang Pauli und die Suche nach der kosmischen Zahl. DVA 2011

[5]) Dieter Broers, Vorwort zu «Das Ego im Dienste des Herzens – ein neues Eden« Dieter Broers Verlag Ldt. 2016

[6]) Gerhard Klügl / Tom Fritze, Quantenland. Akana 2012

[7]) Rudolf Steiner, in: Krankheit und Heilung. Rudolf Steiner Ausgaben e.K. 2014 S. 67 ff

[8]) Dr. Jürg Reinhard, Heilung aus dem Kosmos – vom Umgang mit Gestirnen, Geist und Geistern. Hallwag  1997

[9]) Jürg Reinhard und Adolf Baumann, Unerhörtes aus der Medizin – Gespräche eines Anthroposophen mit dem Physiker, Naturheilarzt und Bergführer Dr. Jürg Reinhard

[10]) Theodor W. Adorno, in: Minima Moralia

[11]) Kurt Weibel, im Nachwort zu Jürg Reinhard «Heilung aus dem Kosmos»

[12]) Dieter Duhm, in: Synthese der Wissenschaft. Der werdende Mensch. Kübler Verlag 1979 S. 93

[13]) s. Wilhelm Reich, Die Entdeckung des Orgons. Die Funktion des Orgasmus.
Kiepenheuer & Witsch 1969, im Original 1942 by Orgone Institute Press Inc.

[14]) Wilhelm Reich, a.a.O.