Der Leib als Instrument der Seele – Aspekte der modernen Medizin (3)

Da wir im Frachtraum unseres Kreuzfahrtschiffs noch einige freie Kubikmeter erspähen, finden noch zwei Container Platz, um am Zielhafen möglichst viele Bestandteile zusammen zu haben, die für ein neues Verständnis von Kranksein und von Gesundsein hilfreich sein könnten:

Container Nummer 1 enthält einen Gedanken Wittgensteins: „Die Lösung des Rätsels des Lebens in Raum und Zeit liegt außerhalb von Raum und Zeit“. [1]) – muß der Kosmos, „das raum- und zeitlose da draußen“, als Wirkungsfaktor in unsere Suche nach den Ursachen von Krankheit(en) einbezogen werden?

Tatsache ist, daß permanent kosmische Strahlung auf die Erde niederprasselt. Strahlung, die selbst von einer zwei Meter dicken Bleiplatte nur zur Hälfte absorbiert werden kann, während selbst die stärkste Röntgenstrahlung (Beta-Strahlen) einen ein Zentimeter dicken Bleimantel kaum durchschlagen. Diese Strahlung kann sogar in den Tiefen des Meeres nachgewiesen werden.

Sie kommt aus dem Weltraum. Wir wissen noch nicht, aus welcher «Tiefe», aber es ist «fossile Strahlung», eine, die aus Zeiten stammt, da das Weltall noch ganz kontrahiert war. Die andere, für diese kosmische Strahlung nachgewiesene Tatsache ist, daß sie auf eine anscheinend positive Weise auf die organische Entwicklung von Pflanze und Tief und damit auch auf den Menschen einwirkt.

Wenn also Einflüsse aus dem Orbit Positives bewirken, könnte es nicht auch solche Einflüsse von dort geben, die uns schaden?

Die Wissenschaftler Hoyle und Wickramasinghe erforschten diese Möglichkeit und erklären die allmähliche Abnahme der Gefährlichkeit z.B. von Seuchen, Epidemien und Pandemien so: „Die primäre Staubinfektion durch Kometen ist die tödlichste, und die Übertragung von Person zu Person mindert sie zunehmend in ihrer Virulenz, was über einen begrenzten Zeitraum zu abnehmender Krankheitshäufigkeit führt. (…) Diese Invasoren könnten in Form neuer Viren- und Bakterieninfektionen erfolgen, die in unregelmäßigen Abständen unseren Planeten heimsuchen und und in Form meteoritischer  Klumpen auf die Erdoberfläche sinken.“ [2])

Lyall Watson faßt diese Thematik so zusammen: (…) daß wir aber nicht in einem versiegelten Raumschiff leben, das von seiner Umwelt durch unsere behagliche Luftblase abgeschirmt wird. Die Erde wandert durch Raum und Zeit, und dabei ist sie ständig der komplexen Ökologie unserer Galaxie ausgesetzt, die Kometen und interstellaren Schutt enthält. Und der Raum zwischen den Sternen ist von Molekularwolken durchsetzt, die organische Verbindungen enthalten – Verbindungen, die alles liefern könnten, was zur Erzeugung sich selbst reproduzierenden Lebens erforderlich ist. (Der Kosmos ist) eher (…) ein riesiger, rhythmischer Organismus als wie eine disparate Ansammlung  unverwandter Fragmente, die voneinander fortstreben.“ [3])

Harmonie und Disharmonie im gesundheitlichen Kontext

Was uns zum letzten, wahrscheinlich prall gefüllten Container führt, den wir in unserem Frachtraum versenken: Das Universum schwingt, auch alles in allem Lebenden, ja selbst in nach unserer Definition «Leblosem» (z.B. Kristallen) schwingt, pulsiert – welche Rolle spielen Pulsation und Schwingung in Hinblick auf unseren menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit?

Welche Rolle spielen hörbare und spürbare Harmonien und Disharmonien, Resonanzen, Dissonanzen beim Aufrechterhalten der unabdingbar notwendigen Homöostase eines Organismus?

Kann das, was wir Krankheit nennen, nicht im untersten Grunde ein Herausfallen aus größeren, übergeordneten Zusammenhängen sein, aus der Geborgenheit in einer großen Schwingung, einer großen Harmonie?

Ist die moderne Hektik, das moderne Gehetztsein, auch ein Grund für ein Zerstören der so notwendigen Harmonien in unserem Organismus, bis hin zur subatomaren Ebene?

Fritz Stege beobachtete folgendes:

„25920  – das ist die Zahl der Jahre, die die Sonne braucht, um bei ihrem Umlauf durch den Zodiac (Tierkreis) abermals den Frühlingspunkt zu erreichen – die sogenannte «Präzessionszahl».

Sie setzt sich zusammen aus 360 mal 72. Die Zahl 360 entspricht der Gradeinteilung des Kreises und dem verkürzten Jahr mit 360 Tagen. 72 ist die Zahl der Pulsschläge eines gesunden Menschen in der Minute, in der er achtzehnmal atmet. Das macht am Tag 18 mal 1440 Minuten = 25920. Die Zahl 1440 erscheint abermals, wenn wir einen Kreisgrad von vier Minuten mit 360 multiplizieren. Demnach verhalten sich die Kreisgrade zu den Zeitpunkten wie der Atem zum Pulsschlag

Die Zahl 72 gilt den Hindus als Symbol des Menschenlebens, dessen Durchschnitt auf 72 Jahre festgelegt wurde, was wiederum genau … 25920 Tage ergibt.

Und dann gibt es wieder Zusammenhänge zwischen 25920 und dem Ton des Normal-A. Denn klingt ein bestimmtes A eine Sekunde lang, dann schwingt der Tonerzeuger 432 mal (ein indisches Tatwa = 432 Atemzüge) – eine Minute lang, dann 25920 mal. Das um zwei Oktaven tiefere A wird in vier Minuten 25920 mal schwingen – 4 Minuten ist 1 Grad der Erdrotation.“ [4])

Plato (vor allem mit dem Dialog «Timaios») und Pythagoras hätten ihre wahre Freude, könnten sie hier und heute als Referenten bei Veranstaltungen für ein neues Weltbild auftreten, oder?

Wer Ohren hat, der höre: In unserem Körper (durch das, was wir sprechen oder singen) und dadurch auch durch in anderen erzeugte Schwingungen sollte Achtsamkeit entgegengebracht werden! Hans Jenny, der Schöpfer der «Kymatik» genannten Wissenschaft, bringt es so auf den Punkt:

„Damit rückt der Kehlkopf und sein Wirken in den Gesichtskreis. Damit gelangt man auch hier in die Region der Genese von Schwingungseffekten, in das erzeugende Element. Man lernt den Kehlkopf als schaffendes Organ kennen, das in seinem Gebiet eine Art omnipotenter Natur entwickelt.“ [5])

Genug der Sammlung von Fakten, die ab einer gewissen Dichte wohl eher zur Verwirrung führen. Es wird Zeit für ein Fazit und für einen Blick auf mögliche Zukunftsszenarien im Bereich von Medizin, Gesundheit und Krankheit.

Bilanz und Ausblick

Unsere Beobachtungen und Überlegungen führten zunächst dazu zu erkennen, daß eine zeitgemäße Medizin, sollte sie diesem Namen gerecht werden wollen, an konsequenten Schlußfolgerungen aus dem veränderten wissenschaftlichen Weltbild für das Verständnis von Krankheit und Gesundheit, ja vom Menschsein per se nicht herumkommt.

Was nun alle Bürgerinnen und Bürger betrifft in Hinblick auf die Auswahlmöglichkeiten medizinischer Behandlung (vor allem der Entscheidung für eine auf diesem veränderten Welt- und Menschenbild fußenden Alternativ- oder Komplementärmedizin), müssen wir zunächst zwischen zwei Gruppen unterscheiden:

  1. Jene, die sich gesund wähnen oder sogar de facto nach klassischem-medizinischen Verständnis gesund sind und auch gesundheitsbewußt leben wollen und sich auch alle möglichen Therapien etc. leisten könnten, die von den Krankenkassen (noch) nicht bezahlt werden
  2. Und Jene – wahrscheinlich die Masse unserer Mitmenschen! -, die sich nichts oder nur sehr wenig an nicht krankenkassenfinanzierten Therapien leisten könn(t)en, ob sie sich jetzt bereits krank fühlen oder es de facto bereits sind.

Bis in erforderlichem Umfang seriöse alternativ-komplementäre medizinische Therapien anerkannt werden, so daß sie in eine neue GOÄ (= Gebührenordnung für Ärzte) oder als Medikamente in die «Rote Liste» Eingang finden, werden die Gletscher geschmolzen sein – was also wäre vorher zu tun?

Da eine Treppe eigentlich und nach allgemeiner Einschätzung wirklich nachhaltig nur von oben nach unten gefegt werden kann, stehen die Chancen schlecht, eine Gesundheitsreform im Kontext des vorab Erkannten hinzubekommen – ein deutscher Gesundheitsminister Spahn z.B würde seine Chancen auf eine Kanzlerschaft doch nicht leichtfertig mindern, indem er «esoterischen Spinnern» den Zugang zu Pfründen gewährt, die seiner Hauptklientel, der Pharmaindustrie, dem «Marburger Bund» und dem allseits verbreiteten Volksglauben an eine solide Weißkittelmedizin schaden!

Aber eine viel wichtigere Frage: Wie steht es um die «Branche» selbst?

Ist die Bandbreite der Alternativ/Komplementärmedizin solide organisiert, spricht sie mit einer Stimme, so wie der «Marburger Bund»?
Nein!!

Kann jeder, der z.B an einem Seminar über Aurachirurgie teilgenommen hat, sich folgenlos und selbst im Falle eines Mißerfolgs ungestraft an meinem Bandscheibenvorfall vergreifen, sofern ich nur mein Einverständnis dazu gab?

Ja!!!!!

Gibt es offiziell und international oder zumindest national verifizierte Standards, die erfüllt werden müssen, nachweisbare Qualifikationen, um behaupten zu dürfen, sich seriös und qualifiziert um die Gesundheit zahlender (oder spendender) Hilfesuchender zu kümmern?

Nein!!!

Besuche ich wegen welchen Leidens auch immer eine Frau Doktor med., kann ich mich zumindest darauf verlassen, daß sie Abitur machte und sich durch ein Studium und mehrere Praktika gequält hat, bevor sie auf die Menschheit losgelassen wurde – welche Sicherheit aber finde ich bei Herrn Josef Müller, der plötzlich erleuchtet wurde, sich seit zwei Jahren «Shaksawi» nennt, weil das Universum ihm dies als seinen wahren Namen mitteilte, der mir mit über die Schulter wallendem, weißen Haar entgegentritt, mit einem Griff meine Chakren in die richtige Schwingungsfrequenz versetzt und sich dann breit lächelnd für die großzügige Spende bedankt? (beide Namen verändert, aber selbst so erlebt)

Es scheint überaus schwierig, aber für eine auch nur einigermaßen solide Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit unumgänglich: Eine erneuerte Medizin, die sich die Quintessenz aus den Erkenntnissen einer Wissenschaft des 21. Jahrhunderts aneignet und sie in solide Therapien umsetzt, muß sich auf den holprigen, gewundenen, fallenreichen Pfad begeben, den auch die heute etablierte Medizin über mehrere Jahrhunderte (!!) beschritt, nämlich Versuch und Irrtum, Mut, Rückschläge, Selbstkritik und gelegentliche Selbstüberschätzung, revolutionäre Fortschritte und schmerzliche Rückschläge. Vor allem aber: Demut…

Die anerkannte Berufsbezeichnung «Heilpraktiker/in» scheint zum Beispiel als ein sehr guter Schritt in diese Richtung, auch Krankenkassen, die sich plötzlich «Gesundheitskassen» nennen und durch neue Leistungen Alternativ-Komplementäres dadurch sozusagen legitimieren.

Aber bleiben wir hartnäckig: Wenn sich im menschlichen Körper Kräfte manifestieren, zu denen selbst eine klassische Ärztin, ein ausgebildeter Heilpraktikerin keinen Zugang finden kann, dafür aber eine Person, die sich «Schamanin» nennt – was dann?

Wer erteilt ein nach DIN-A_XX zertifiziertes Schamanendiplom?

Gilt nur, „wer heilt, hat recht?“ Und wer definiert im Spektrum der neuen Medizin, wann jemand geheilt ist oder aber nur vorübergehend, durch euphorische Zustände zum Beispiel, ein Placeboerlebnis erfährt?

Wir lernten aus unseren Fragestellungen der drei Essays von der Komplexität dessen, was wir Mensch nennen;

und wir haben verstanden, daß monokausale Diagnosen der Vergangenheit angehören müssen, daß der vor einem Ratgebenden, einer Hilfe anbietenden sitzende Rat- und Hilfesuchende ein komplexeres System ist als ein auf eine Ursache zu reduzierendes Krankheitsbündel.

Es bedarf starker, mutiger Persönlichkeiten, um eine liebevoll am Individuum ausgerichtete, in der Öffentlichkeit anerkannte, solide neue Medizin zu organisieren.

Und es bedarf eines Paradigmenwechsels in einer Gesellschaft, die pro Tag mehrere auf Kosten der Gebührenzahler ausgestrahlte brutale Krimis zeigt statt Filmen über Themen, in denen gezeigt wird, daß auch friedvolles Verhalten eine Gesellschaft prägen, formen kann;

die (ja, auch die deutsche!) Gesellschaft muß verhindern, daß „starke“ Männer in schnellen Autos verherrlicht, daß Konsum und Macht in den Himmel gehoben und medial verbreitet werden.

Da könnte die Treppe vielleicht doch von unten nach oben gekehrt werden: Laßt uns seelisch und damit eindeutig auch körperlich gesunde Kinder heranziehen, die den Weg durch die Instanzen („die Treppe aufwärts“) gehen / kehren und endlich der allen Menschen innewohnenden Sehnsucht nach Liebe, nach einem friedvollen Umfeld, nach Wahrhaftigkeit statt sozialer Lüge gerecht werden.

Der meist verstümmelt wiedergegebene und daher mißinterpretierte Satz „Omnium rerum homo mensura est“ (der sogenannte «homo mensura Satz des Prothagoras) wird nämlich meist nur so zitiert: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge…“, was zu einem homozentrischen Weltbild verführt.

In seinem vollen Wortlaut jedoch liest sich das anders: (übersetzt): „“Der Mensch ist das Maß aller Dinge / der Seienden, daß sie seien, der Nichtseienden, daß sie nicht seien“.

Also ein Gedanke, der Herrn Kant hoch erfreute, ein erkenntniskritischer Satz: Wir kleinen Menschlein erkennen nur begrenzt, sehr begrenzt, was das «Seiende» ist – immer, wenn wir glauben, einen kleinen Erkenntnisschritt getan zu haben, öffnet sich uns ein Universum an bitteschön gefälligst und demütig neu zu Erkennendem…

Wir stehen vor der riesigen Herausforderung, in einer Ellbogengesellschaft eine auf bedächtigem, ruhigen und besonnenen Vorgehen fußende neue Medizin etablieren zu wollen, die der liebevollen Weltseele heilenden Zugang zu menschlichen Wesen verschafft – Wesen, die ihrerseits jedoch, zumindest in den sogenannten westlichen Kulturen, sich von der Akzeptanz des Seelischen immer weiter entfernen.

Ein wichtiger Schritt ist dabei, daß immer mehr mutige und gottlob auch humorvolle und eloquente Wissenschaftler ebenso wie solide Quereinsteiger in die Medizin den klassischen Naturwissenschaften Respekt zeugen, aber sie nicht, wie oft geschehen, als Beherrscher, sondern als Diener des Lebens sehen.

In diesem Sinne sei das Schlußwort dem altehrwürdigen Carl Ludwig Schleich gewährt, dessen zweifelsfreies Verdienst es war, der Medizin der damaligen Zeit wieder die Augen zu öffnen für die Metaphysik in unserem Dasein, der Metaphysik als Zwilling der Physik und fernab vom spiritistischen Hokuspokus der damaligen Zeit:

„Leider hat sich die Naturwissenschaft abgewöhnt, auf die Wunder in uns selbst zu achten, die größer sind als die aller spiritistischen Medien. Mich interessiert das Tischrücken, das Kommodenrücken oder das Klopfen von Geistern nicht so sehr wie das Wunder eines Neugeborenen, die Tatsache, daß ich ihm zum ersten mal über die Stirn streichen kann.

Ja, ich muß gestehen, der mir erscheinende Geist meines verstorbenen Vaters würde mich nicht einmal so erstaunen machen, wie der Anblick eines frisch aufbrechenden Kelchs einer Blüte (…) Der Mensch hat soviel Zauberei und Wunder in sich, daß daß wir nicht nötig haben, nach den Wundern zu blicken, die hinter Gardinen und Tischlaken versteckt sind.“ [6])

[1]) Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus 6.4312  Suhrkamp 1963)

[2]) Hoyle, F. & Wickramashinghe, Does epidemic disease come from space? New Scientist 76, 402-404, 1977

[3]) Lyall Watson, Der unbewußte Mensch. Gezeiten des Lebens – Ursprung des Wissens. MVG 1969  S. 48 ff

[4]) Fritz Stege, Musik, Magie, Mystik. Der Leuchter. Otto Reichl Verlag 1961 S. 30 ff

[5]) Hans Jenny, Kymatik. Wellen und Schwingungen mit ihrer Struktur und Dynamik. Band 2. Basileus Presse AG Basel 1972

[6]) Carl Ludwig Schleich, a.a.O. Bewußtsein und Unsterblichkeit. S. 24