Burnout, Streß und Hektik? Über die Unmöglichkeit, 2018 ein entspanntes Leben zu führen

 

„Wie geht es Ihnen?“ „Oh je, ich hab´ da diese Klage am Hals…“

Das Geschäft der Rechts­anwälte boomt, die Gerichte sind über Jahre im voraus „ausgebucht“- es scheint, als wären wir ein Volk von Klägern und Beklagten.

Aber nicht nur offiziell und kostenpflichtig ausgetragene Strei­tereien plagen die Men­schen in den sogenannten „zivilisierten Ländern.

Denn das am Hals zu haben, was landläufig „ein Problem“ genannt wird, ist keine Aus­nahme, sondern eher die Regel, auch wenn jemand nicht soeben einen neuen Mobilfunk­vertrag abge­schlos­sen, nichts vom Internet herun­tergeladen, beim Parken je­man­den angeb­lich behindert oder die Äste seines Obstbaums in Nachbars Garten hängen ließ oder am Arbeitsplatz gemobbt wurde: Unser Alltag ist gepflastert mit dem, was in der guten alten Zeit einfach „Sorgen“ genannt wurde.

Überfordernde Verdichtung

Es war früher keineswegs „alles besser“. Nur: Die Proble­me, die Frau und Herr jeder­mann zu lösen hatten, waren im privaten, aber auch im geschäftlichen Alltag meist wesent­lich ein­facherer Struk­tur, zweitens nicht stets unter extremen Zeitdruck zur Lösung aufge­tragen und drittens auf überschaubare Lebensbereiche begrenzt.

Biographien verliefen meist linear, nur unterbrochen von den Wirren der Kriegs­zeiten und den notwendigen Phasen, um aus einem Kind einen soge­nannten Erwachsenen wer­den zu lassen. Kontinuität im gesell­schaftlichen Makro- und Mikro­bereich war fester Be­stand­teil des gesell­schaft­lichen Konsens.

Der Alltag verlief in der Regel genau strukturiert. Trotz langer Arbeitszeiten fanden die Menschen Raum und Zeit für Muse und auch einmal selbst­ver­gessenem statt nur TV-fremdge­steuer­tem Vergnügen.

Kurzum: Der nur unbewußt wahrgenommenen, zu­neh­men­den Komplexität des Alltags- ebenso wie des poli­tischen und gesellschaft­lichen Lebens stand die Möglichkeit gegenüber, dies alles emotional und psycho­hygienisch zu ver­kraf­ten, zu verarbeiten.

Denn das, was allgemein heute so sehr unter­schätzt wird, nämlich die Notwendig­keit von Ruhe- und Dämmer­phasen [1]), war bis ins späte
19. Jahrhundert selbst­ver­ständ­licher Bestandteil des gesell­schaft­lichen Konsens.

Aber was für ein Wandel! Rief die Mutter früher dem Schulkind nach: „Und paß auf, gell?“, tat das Kind fröhlich das Gegenteil: Verspielt, verträumt und sorglos machte es sich auf den Schulweg.

Wer heute Kinder und Jugendliche wann und wo auch immer beob­achtet, registriert jedoch das, was seit langem bereits die Welt der soge­nannten Erwach­senen prägt und was Arnold Gehlen „chronische Wachheit und Reflexion“ nannte [2]): Wettbewerb zum neuesten Computerspiel auf dem Schulweg, Raufereien nicht mehr zwischen „Lause­jungs“, sondern anscheinend hochgerüsteten Kriegern aus dem All – unter Ausschluß der Wahrnehmung der sinnlichen Umwelt (oder hat Ihnen Ihr Sohn oder Ihre Tochter erzählt, sie hätten heute auf dem Schulweg einen Igel beobachtet oder seien auf einen Baum geklettert?).

„Zur Ruhe“ kommt kaum jemand mehr, ob Schulkind, ob pubertierend oder pensio­niert.

Der Alltag des modernen Durch­schnitts­men­schen ist in einer Form ver­dichtet, die der eigentlichen Konzeption des Menschenbildes und Menschen­lebens diametral entgegen­zu­stehen scheint, wie es zum Beispiel in den Entwürfen der großen Religionen aufscheint oder als conditio sine qua non für das, was Goethe einfor­derte: „Edel sei der Mensch / hilfreich und gut!“ [3]).

Neurologisch, biologisch, psychisch scheint der moderne Mensch durch selbstgeschaffene Strukturen überfordert – die gesellschaftliche Evolution frißt ihre Kinder.

Biologische Defizite?

Die verblüffend sprunghafte Entwicklung der Großhirnrinde, des sog. Neocortex, die Bio­logen, Anthropologen und Mediziner in die Zeit vor etwa 40´000 Jahren datieren, be­scher­te dem Menschen das, was wir heute als reflektiertes Denken bezeichnen können.

Kann es sein, daß diese Entwicklung zwar angestoßen, aber bei weitem noch nicht abgeschlossen ist und der Gesichtskreis des Menschen, wie Schopenhauer schreibt, „zwar weit über den des Tieres hinausreicht, aber bei weitem nicht so weit, wie allgemein angenommen“? [4])

Kann es sein, daß die Entwicklung zum Umgang mit dem, was heute so modern „Multitasking“ genannt wird, zwar gelegentlich aufblitzend funktioniert, auf Dauer aber die psychischen Batterien des Durchschnittsmenschen leert, ihn schlichtweg überfordert?

Kann es sein, daß die sogenannten Depressionen, das ausgebrannt sein, deutliche Signale einer absoluten Über­forderung selbst der wachsten, ehrlich bemühten Menschen sind, die schlichtweg eben nicht dauerhaft … multi­tasking­fähig sind?

Kann es sein, daß wir zwar durchaus wollen – „strebend uns bemühen“ (Faust) – aber durch diese plötzlich aufleuch­tende, durch einen reizüber­fluteten Alltag provozierte Dauerreflek­tiert­heit schlicht­weg über­fordert, „überfüttert“ sind? [5])

Könnte es sein, daß…

wir gar nicht durch einen Alltag voller Tretminen tau­meln, sondern schlichtweg die von Menschen­hand und Men­schen­­hirn erschaf­fene Welt (genauer: Von MÄNNERhirnen erschaffene Welt, siehe mein Essay „Adams Welt und Evas Antwort“ [6]) nicht mehr über­schauen kön­nen, in der die vermeintlichen Minen gar keine solchen sind, sondern schlicht­weg aus dem sozialen Kontext heraus ent­standene, eigentlich harmlose und solide Überein­künfte? [7])

Prof. Dietrich Dörner, dessen Projekt „Lohhausen“ ich in den 1980ern beobachtend begleiten durfte [8]), verfaßte 1989 ein leider viel zu wenig beachtetes Werk, das die These, auch sogenannte Spezialisten seien mit der Komplexität der all­täglichen Herausforderungen selbst ihres Spezialbereichs nicht selten überfordert, auf eine humorvolle, aber wissen­schaft­lich stringente Weise untermauert. [9])

Im Vorwort dieses Buches schreibt Erentraut Hörnberg vom Rheinischen Merkur / Christ und Welt: „Komplexität erzeugt Unsicherheit. Unsicher­heit erzeugt Angst. Vor dieser Angst wollen wir uns schützen. Darum blendet unser Gehirn all das Komplizierte, Undurch­schau­bare, Unbere­chen­bare aus. Übrig bleibt ein Aus­schnitt  – das, was wir schon kennen. Weil dieser Ausschnitt aber mit dem Ganzen, das wir nicht sehen wollen, verknüpft ist, unterlaufen uns viele Fehler – der Mißerfolg ist programmiert.“

Sorge dich nicht, lebe!

So lautet ein heute immer noch häufig nachgefragtes Werk des Autors Dale Car­negie [10]).

Aber der Slogan klingt heute, über sechzig Jahre nach der Erstpublikation, entweder zy­nisch oder aber wie das Mantra einer Sekte.

Dabei bestätigen Gespräche mit Menschen, die sich der Spiritualität öffnen, daß es genau das sei: Dieses sich Hin­geben an das, was meist vage als „Führung“ bezeichnet wird, aber auch als „Fügung“, kurz­um: Als eine Besinnung darauf, daß unser soziales Umfeld zwar von uns Menschen erlebt, aber möglicherweise von über­mensch­lichen Kräften geplant und gesteuert wird.

Unser zentraleuropäischer Alltag wird 2012 – Hand auf´s Herz! – nahezu ausschließlich von der Ökonomie geprägt, vom „Geld verdienen müssen“, vom wirt­schaftlichen Überleben, bit­te aber auf möglichst hohem Niveau und nicht selten als Selbst­zweck („Bei den meisten reichen Leuten besteht das Hauptvergnügen am Reichtum in der Schaustellung“ [11]).

Auf diesem Altar werden nicht selten persönliche Glücks­modelle geopfert, denn „Geld regiert die Welt“ –  die normative Kraft des Faktischen?

Realitätsverlust

Wie soll jedoch die soge­nannte „breite Masse“, die ihre gesellschaftliche Situation nicht reflektiert, die sich nicht mit ökonomischen Details beschäf­ti­gt, sich durch die Last der Alltagsmühen nicht der Mühe unterziehen kann, das moderne Gesellschaftsmodell, geschwei­ge denn das eigene Lebens­modell in diesem Gesellschafts­modell zu erkennen, unter diesem Paradigma entspannt leben? (das eigene möglicher­wei­se richtige, au­then­tische Leben im falschen Leben, um einen Gedanken von Adorno etwas zu modifizieren [12]).

Wenn das vormals sinnlich be-greifbare Geld sich in einen Mythos wandelt, der nur noch abstrakt erkennbar, also für Frau und Herrn jedermann schlichtweg nicht mehr zu Greifen ist?

Albert Camus: „Seit unge­fähr hundert Jahren leben wir in einer Gesellschaft, die nicht einmal die Gesellschaft des Geldes genannt werden kann (Geld oder Gold können sinnliche Leidenschaften wek-ken), sondern als Gesell­schaft der abstrakten Symbole des Geldes bezeichnet werden muß. Die Gesellschaft der Händler kann als Gesellschaft definiert werden, in der die Dinge von den Zeichen ver­drängt werden. Wenn eine Führerschicht ihr Vermögen nicht mehr nach dem Morgen Land oder der Stange Geld mißt, sondern nach der Zahl der Ziffern, die theoretisch einer bestimmten Zahl von Tauschoperationen entspre­chen, ist sie gleichzeitig be­müht, eine gewisse Art von Mystifikation in den Mittel­punkt ihrer Erfahrungen und ihrer Welt zu stellen. Eine auf Zeichen gegründete Gesell­schaft ist ihrem Wesen nach eine künstliche.“  [13])

Helmut Schelsky publizierte 1979 eine Reihe von Aufsätzen zu diesem Thema [14]), unter anderem 1954 (!), der zeitge­mäßer denn je scheint: „Wir erleben die Vorgänge einer modernen Mythenentstehung am eigenen Leibe, aber wir sind auch die Neuprimitiven, die in dieser mythisch verstellten Welt leben. Die soziale Superstruk­tur unserer Gesell­schaft ist die erste und wichtigste Kraft, die den Realitätsverlust unseres sozi­alen Bewußtseins konstitu­tionell macht.“ [15]);

Fragen über Fragen!

Sind wir eine künstliche Gesellschaft? Eine realitäts­ferne Gesell­schaft?

Sitzen wir fest, im Zentrum eines „Teufelskreises“, einer Verblendung, der wir nicht entrinnen können, weil es doch eben genau so ist, wie Karl Marx, der große Hellseher der Soziologie, es formulierte („Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.[16]);

haben wir den Bezug zu einer Realität verloren, die wir selbst erschufen, aber die eben eine gnadenlose ist, eine „homo homini lupus“ Menta­lität, die seit eh und je herrscht?

Sind wir… ohnmächtig, also ohne Macht, gegenüber … ja, gegenüber was denn über­haupt?

Übersteigen die täglichen Herausfor­derun­gen, zumindest unser eigenes, kärgliches Dasein, unser individuelles Glück zu organisieren, schon unsere Möglichkeiten?

Hat Hermann Broch gut beobachtet, wenn er schreibt: Jeder Mensch ist Mittelpunkt der Welt, um jeden scheint sie sich willig zu drehen, und jeder Mensch und jedes Menschen Lebenstag ist der End- und Höhepunkt der Weltgeschichte. Hinter ihm die Jahrtausende und Völker sind abgewelkt und dahingesunken, und vor ihm ist nichts, einzig der Augenblick.
Dem Scheitelpunkt der Gegen­wart scheint der ganze riesige Apparat der Weltgeschichte zu dienen. Der
primitive Mensch empfindet jede Störung dieses Gefühls, daß ER der Mittel­punkt sei, daß ER am Ufer stehe, während die anderen vom Strom fortgerissen wer­den, als Bedrohung, er lehnt es ab, erweckt oder belehrt zu werden, er empfindet das Erwachen, das Bewußtwerden von der Wirklichkeit, er empfindet DEN GEIST als feindlich und hassenswert und wendet sich mit erbittertem Instinkt von jenen ab, die er von den Zuständen des Wachwerdens befallen sieht, von den Sehern, den Prophe­ten, Problematikern, Besesse­nen“ [17])?.

Zurück zu den Wurzeln

Was immer wir auch von seinen Kunstwerken halten mögen: Joseph Beuys war eine große Persönlichkeit, die genau zu diesem Thema etwas Wichtiges sagte:

Für Men­schen, die letzt­endlich vom Geistigen le­ben, ist die Be­schei­denheit am aller­inte­res­santesten. Wenn man einen gewissen Überblick über die Zusammen­hänge des Gan­zen hat, ist das, was notwendig wird als nächster Schritt auch immer das Span­nendste. Das ist Lebens­qualität. Wer daran nicht teilhat, ist unzufrieden und unglücklich, auch wenn er Millionär ist.“ [18])

Die Antworten auf die Frage: „Wie überlebe ich in einer Welt des täglichen «der Mensch dem Menschen ein Wolf?»“ scheinen demnach nicht im Materiellen zu liegen.

Und auch nicht außerhalb unser selbst – sie scheinen tat­säch­lich in unserer eigenen, ganz individuellen Ent­wicklung zu liegen, die wohl als Schutz­schild gegen die uns offen­sichtlich rational überfor­dernde Komplexi­tät unseres Alltags gesehen werden kann.

Auf den Punkt gebracht hat das eine Institution, der man die Verwendung des Terminus „spirituell“ bei ihrer Gründung absolut nicht zutraute, nämlich der „Club of Rome“ [19]):

„Es muß dringend eine neue Haltung gefunden werden, in der Werte Ziele setzen und dem Individuum das Gefühl von Sinnhaftigkeit geben. Verände­rung wird zu häufig nur als Bedrohung des Selbst ange­sehen (…). Die einzige Hoff­nung scheint im gemeinsamen Handeln zu liegen, das von der Einsicht in die Gefahren (…) inspiriert ist. Ein wesentlicher Zuwachs an Weisheit ist wahrscheinlich nur durch die innere Entwicklung des Indi­viduums zu erreichen.[20]).

Die Wurzeln des Menschen sind fest verankert in einem Kontext, den wir rational in diesen Tagen offensichtlich (noch) nicht erklären, nicht reflektieren können.

Die uns im Alltag plagende, kräftesaugende, manchmal ge­ra­de­zu kafkaesk anmutende „normative Kraft des Fak­tischen“, getrieben von der Entscheidung zwischen Telefon­ta­rifen, Heizkostenabrech­nun­gen, Rentenanträgen, Abo-­Erneu­erun­gen, Facebookeinträ­gen, Massageterminen, Klassen­tref­fen, sie oder ihn anrufen müssen, dies oder jenes Beziehungsnetz pflegen müs­sen, verantwortlich zu sein für dies und jenes, was uns Rechenschaft abverlangt, über­fordert vor allem jene unter uns, die sich gerade nicht im Materiellen erschöpfen wollen, sondern wissen oder ahnen, daß ihr eigenes, wahres Leben nur in einem generell wahren Leben stimmig, gesund, erfüllt und damit glücklich verlaufen kann.

Zwischenbilanzen

Schließen wir aus all dem, daß der moderne (was heißen soll: Unter den Umständen moderner Industriegesellschaf­ten lebende) Mensch gerade noch mit Mühe und Not, wenn denn überhaupt, sein „äußeres“ Leben mehr oder weniger gut in den Griff bekommt, für darüber hinausreichende Aspekte seines Daseins jedoch kaum noch energetische oder gar schö­pferi­sche Kapazitäten erübrigen kann, so muß dies nicht unbedingt nur zu ne­gati­ven Schluß­folgerun­gen führen.

Betrachten wir zum Beispiel die vor­ge­nannten Beobachtun­gen aus dem Blickwinkel der Tatsache, daß jede Bilanz immer nur eine Zwischenbilanz ist, selbst im Geschäfts­leben [21]), sind wir flugs auf der Metaebene, also einen Schritt herausgetreten aus dem aktu­ellen Gesche­hen, das ja bekannt­lich fließt, unwieder­bring­bar zerrinnt, wie der vom Dichter zum Verweilen gebe­tene Augen­blick [22]) oder wie das in der Heisenbergschen „Unschärferelation“ definier­te, letztlich niemals zu lokali­sierende Elektron im Moment der Betrachtung schon wieder entschwunden ist.

Mein Lehrer, Mentor, Freund und in den 1980ern eng verbun­dener Geschäftspartner Prof. Horst Lange-Prollius brach­te die Einsicht, daß der status quo des Menschen als angeb­licher Kro­ne der Schöpfung nur eine Momentaufnahme sein kann, in dem von ihm zusam­men mit Prof. Hans Hass verfaßten Buchtitel auf den Punkt [23]).

Denn der Lebensstrom macht nicht halt im Heute, selbst der, den wir in unseren Tagen als „Menschen“ definieren“, war vor Jahrtau­senden ein anderer und wird auch in Jahrtausenden ein anderer sein.

Und aus dieser Sicht betrachtet, könnte auch die momentane Überforderung des heutigen Menschen als eine Zwischenstation, als ein Zwi­schen­­stadium betrachtet wer­den, könnte sie also wesentlich gelassener gesehen werden.

Von Irrtum zu Irrtum schreitet der Mensch dem Licht entgegen!

2012 ein entspanntes Leben zu führen, erscheint dann durchaus möglich, wenn wir uns zurücklehnen, uns als einge­bettet in ein großes, auf endlose Zeit ausgelegtes kos­misches Geschehen betrach­ten und gelegentliche Über­for­de­run­gen als das sehen, was sie sind: Zwischenstati­onen, Puber­tät, ein von der Raupe zum Schmet­terling mutierendes We­sen freilegend;

Denn wer den Schmetterling will, muß die Raupe in Kauf nehmen – was, im übertragenen Sinne, auch für den momen­tanen Zustand einer hektischen Gesellschaft gilt.

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[1]) Zum „Dämmerzustand“ s. Hermann Broch, Massenwahn­theorie, Suhrkamp 1979, S. 185 ff

[2]) Arnold Gehlen, Die Seele im technischen Zeitalter, Rowohlt 1976, S. 58

[3]) J.W.v. Goethe, in: Das Göttliche

[4]) Artur Schopenhauer, in: Philosophie, Universitätsphilo­sophie und meine Philosophie

[5]) Gehlen spricht von der „Apathie der Überfütterten“, Arnold Gehlen, ebenda

[6]) Hugh Lorenz, Adams Welt und Evas Antwort, http://www.hugh-lorenz.com/downloads/adamswelt.pdf

[7]) Am Beispiel schriftlich fixierter Verträge läßt sich aufzeigen, daß solche in aller Regel „eo ipso“ zum Schutze beider Parteien formuliert werden, aber erst durch ihre zunehmende Komplexität sich nur noch Fachleuten erschließen – so Gott will…

[8]) Lohhausen –Vom Umgang mit Unbestimmtheit und Komplexität, Verlag Hans Huber (Bern) 1983

[9]) Dietrich Dörner, Die Logik des Mißlingens – Strategisches Denken in komplexen Situationen. Rowohlt 1989

[10]) Original: “How to stop worrying and start living”, 1948 by The Chaucer press

[11]) Adam Smith, The wealth of nations, Buch 1, Kap. 11, Abt. 2 (SSM, S. 232)

[12]) Theodor W. Adorno, Minima Moralia – Reflexionen aus dem beschädigten Leben

[13]) Albert Camus, in: Der Künstler und seine Zeit, eine Rede vom 14.12. 1957 an der Universität Uppsala

[14]) Helmut Schelsky, Auf der Suche nach Wirklichkeit. Gesammelte Aufsätze zur Soziologie der Bundesrepublik. Goldmann 1979

[15]) Helmut Schelsky, ebenda,
S. 398

[16]) Karl Marx, Marx-Engels Werke, Bd. 13 S8, ff. Berlin 1973

[17]) Hermann Broch, Massenwahnpsychologie, S.275

[18]) Joseph Beuys, im SPIEGEL 23/1984

[19]) Club of Rome, bekannt geworden durch seinen ersten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ 1972

[20]) Bericht des Club of Rome 1991: Die globale Revolution, S. 122 und 129

[21]) Die Bilanz zum 31.12. eines Geschäftsjahres kann ja frühestens am 1. Januar des Folgejahres erstellt werden, so daß jede, auch eine sogenannte Schlußbilanz, niemals den Ist-Zustand eines Unternehmens spiegelt, sondern stets einen bereits der Vergangenheit angehörenden Zustand, was häufig übersehen wird.

[22]) „Werd´ ich zum Augenblicke sagen / verweile doch, du bist so schön! (…)“ J.W.v.Goethe, Faust

[23]) Hans Hass, Horst Lange-Prollius, Die Schöpfung geht weiter. Station Mensch im Strom des Lebens. Seewald Verlag Stuttgart 1978

Autor: Hugh_Friedrich Lorenz

Schriftsteller, Gesellschaftswissenschaftler, Publizist, Hörbuchprouzent

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