Kapitalismus – eine kognitive Dissonanz? Gedanken über ein gescheitertes Modell

Herrschte in den letzten Jahrzehnten globalwirtschaftlicher Prosperität die Auffassung, wirtschaftliche Kreisläufe und Strukturen seien gleichsam ingenieurmäßig zu steuern oder würden sich gar wie von selbst regulieren, würden nur die ökonomischen Instrumente immer ausgefeilter, so erhielt diese Einschätzung spätestens seit der
Banken- und Finanzkrise der vergangenen Jahre eine schallende Ohrfeige – denn es waren immer ausschließlich Menschen mit all ihren Stärken oder aber Schwächen, die am Ge- oder aber am Mißlingen wirtschaftlicher Konzepte als entscheidende Stellschrauben wirkten.

Und ein weiterer Faktor prägt die Ökonomie unserer Tage: Da die Märkte für Verbrauchsgüter weitgehend gesättigt sind und es immer schwieriger wird, neue Produkte an die Frau und den Mann zu bringen – nicht selten Produkte, die niemand braucht, sondern die mit enormem Werbeaufwand nur noch über die damit angesprochenen menschlichen Eigenschaften wie Eitelkeit, Luxusstreben oder Vertreiben der Langeweile abzusetzen sind -, befinden wir uns in einem im wahrsten Sinne des Wortes mörderischen Wettbewerb. Denn Wettbewerb hat sich vom Verdrängungs– zum Vernichtungswettbewerb gewandelt, und dies auf globaler Ebene.

Zahlreiche menschliche und vor allem auch kaufmännische Tugenden gingen dabei teilweise über Bord. Denn selbst in den klassischen ökonomischen Segmenten wie dem Handwerk und der Industrie verbreiten sich (Un)sitten, die an archaische Zustände erinnern:

So berichten Bauunternehmer deutschlandweit, daß sie selbst öffentliche Aufträge nur noch erlangen können, wenn sie sich dem gnadenlosen Diktat mörderischer Zahlungskonditionen beugen oder aber, wie zum Beispiel im Gerüstbau, nur noch überleben können, wenn sie einen gewissen Anteil an Schwarzarbeitern beschäftigen. 1)

Wir erleben heute, daß der Goldanstrich vom Mythos der „Wirtschaft, die schon alles regelt“, abblättert.

Karl Marx, der bereits im 19. Jahrhundert erkannte, daß „der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktion herrscht“, als „eine ungeheure Waren­sammlung“ erscheint, die unweigerlich eines Tages ihren hundertprozentigen Sättigungsgrad erreichen wird 2), wurde belächelt und verteufelt – dabei zeichnete sich bereits
damals diese Entwicklung durch die neuen Möglichkeiten zur Massenproduktion ab.

  • Was also tun, wenn mehr produziert wird, als verkauft werden kann?
  • Was tun, wenn sich die klassischen Gesetze und
    Regulative der Wirtschaftstheorien, die uns seit Adam Smith unzählige spekulative neue Lehren
    bescherten, größtenteils als Luftnummern entpuppten und es sogar soweit kam, daß der edle Nobelpreis für einen Bereich (Ökonomie) vergeben wird, den der höchst ehrenwerte und über den Verdacht von Wirtschaftsfeindlichkeit erhabene Sir Kenneth
    Galbraith, Harvard-Professor und Berater dreier amerikanischer Präsidenten 2004, im Alter von
    damals sechsundneunzig Jahren, in seinem Buch so auf den Punkt brachte: Unschuldiger Betrug…? 3)

Eben dieser Galbraith wies bereits 1987 auf das Phänomen hin, das wir den anscheinend hochwissenschaftlichen Methoden der Ökonomie mit demselben naiven Verhalten begegnen, welches das Volk im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern zeigte, aber daß allmählich erkannt wird, daß … der Kaiser nackt ist:

„Gegen die Anpassung an eine sich verändernde Wirklichkeit wehrt man sich, wie in der Vergangenheit, auch aus dem Bestreben, in der Wirtschaftstheorie eine exakte Wissenschaft zu sehen. Auf akademischem Boden, wo die Naturwissenschaft gelehrt wird, bestimmen die Naturwis­senschaften den Standard intellektueller Genauigkeit. Das geistige Ansehen von Chemikern, Physikern, Biologen und Mikrobiologen streben auch die Ökonomen und andere Sozialwissenschaften an, vielleicht unvermeidlicherweise.
Voraussetzung hierfür wäre, daß die allgemeinsten Grund­sätze der Wirtschaftstheorie wesentlich vorgegeben seien wie die Struktur von Neutronen, Protonen, Atomen und Molekülen. (…) Der Markt nimmt eine nachgerade religiöse Qualität an, die ihn weit über die Notwendigkeit empirischer Beweisführung hinaushebt.
4)

Es schält sich immer mehr die Tatsache heraus, daß eine Rückbesinnung auf das zentrale Moment jedweden ökonomischen Geschehens angesagt ist, das durch alle Zeiten das zentrale Moment war, ist und bleiben wird: Auf den Menschen als Drehscheibe, Motor oder Bremsklotz allen Geschehens!

Unternehmensführung entpuppt sich mehr und mehr als Menschenführung, denn als durch Bits und Bytes zu steuernder, streng logischer Ablauf.

  • Was aber bedeutet diese Erkenntnis für die zu aktualisierenden Unternehmensstrategien der Zukunft?
  • Was bedeutet diese Erkenntnis für die Auswahl und die Optimierung der Führungsinstrumente?
  • Was bedeutet sie für eine notwendig erscheinende Umorientierung bei der Antwort auf die Frage: „Welche Eigenschaften, Fähigkeiten und Tugenden braucht eine Führungskraft in der elektronischen Epoche, in der Informationsgesellschaft?“
  • Durch welche Denkschritte und daraus zu schlußfolgernden Maßnahmen können wir der Tatsache Rechnung tragen, daß eine neue Menschlichkeit Einzug halten muß in Unternehmen und Institutionen, weil der durchschnittliche Mensch den Belastungen der Arbeitswelt und der zunehmenden Kälte der sozialen Beziehungen in trauter Einheit mit stetig wachsendem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen ist?

Verantwortliche in Wirtschaft und Verwaltung müssen sich die Frage gefallen lassen, die C.F.v. Weizsäcker stellte: „Was tue ich dem Mitmenschen an, wenn ich ihn in Gedanken oder in der Tat als bloßes Objekt behandle?“  5).

Ich unternehme mit dieser möglicherweise gewisse Entwicklungen vorausnehmenden Arbeit den Versuch, so kurz und prägnant wie möglich die – aus meiner Sicht – wesentlichen Aspekte dieser Problematik darzustellen und Denkanstöße zu liefern, die letztendlich jedoch in Maßnahmen zur konkreten Umsetzung im betrieblichen und institutionellen Alltag münden sollen.

Meine täglichen und in langen Berufsjahren gewachsenen Erfahrungen, sowohl in Beratung und Training, als auch als Wissenschaftler, Publizist und Unternehmer mit vielfältigen Erfahrungen in Vertrieb, Verkauf und Menschenführung, motivieren mich zu dem Versuch, beim Aufzeigen ganz konkreter Maßnahmen für jede und jeden einzelnen im Arbeitsalltag persönlichen Krisen vorzubeugen, gegenzusteuern oder aber diese besser zu meistern.

Mein Engagement für ethisches Investment und Wirtschaftsethik in den 1980ern und 1990ern verschaffte mir profunde Einblicke in Möglichkeiten und konkrete Maßnahmen, um Ökonomie für die Menschen umzugestalten, statt weiterhin zu versuchen, den Menschen einem abstrakten Verständnis von Ökonomie zu unterjochen.

Denn wenn uns in den kommenden Jahrzehnten in Zentraleuropa das gelingt, was Arnold Gehlen im abschließend zitierten Gedanken auf den Punkt brachte, erwächst Europa aus einer völlig unerwarteten Ecke die erneute Chance, globale Impulse zu vermitteln:

„Das Wesentliche einer dauerhaften Institution ist ihre Überdeterminiertheit: Sie muß nicht nur im nächsten praktischen Sinn zweckmäßig und nützlich sein, sie muß auch Anknüpfungspunkt und Unterstützung (…) höherer Interessen sein, ja, den anspruchsvollsten und edelsten Motiven noch Daseinsrecht und Daseinschancen geben: dann erfüllt sie die tiefen vitalen, aber auch geistigen Bedürfnisse der Menschen nach Dauer, Gemeinsamkeit und Sicherheit – sie kann sogar so etwas wie Glück erreichbar machen, wenn dieses darin besteht, im über-sich-Hinauswachsen nicht allein zu bleiben.“ 6)

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1) s. SPIEGEL 26/2012

2) Karl Marx, Zur Kritik der politischen Ökonomie, Berlin 1859, S. 4

3) John Kenneth Galbraith, Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs. Vom Realitätsverlust der heutigen Wirtschaft. Siedler Verlag 2005

4) John Kenneth Galbraith, Die Entmythologisierung der Wirtschaft – Grundvoraussetzungen ökonomischen Denkens. Dromersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. München 1990 S. 339 ff

5) C.F.v.Weizsäcker in: Studium Generale I, 1

6) Arnold Gehlen, Die Seele im technischen Zeitalter. Sozialpsychologische Probleme der industriellen Gesellschaft. Rowohlt Taschenbuch 1976

 

 

Eine von Israels Lügen: Die vorgefundene Wüste…

Seit Jahrzehnten behaupten israelische Regierungen, sie hätten in Palästina 1948 «eine Wüste» vorgefunden und sie fruchtbar gemacht, weil die Araber / Palästinenser ja unfähig gewesen seien, das «gelobte Land» zu kultivieren.

Die Tatsachen sehen aber anders aus und liefern einen weiteren Beleg, wie kaltblütig damals die israelischen Einwanderer ein fruchtbares Land raubten (damals waren sie allerdings ja noch gar keine Israelis, sondern Deutsche, Österreicher, Polen usw.).

Bereits 1891 berichtet ein Zionist der ersten Stunde, Asher Guinsberg, der unter dem Pseudonym „einer aus dem Volke“ (Ahad Ha´am schrieb, bei einem Besuch in Palästina:

„Draußen haben wir uns angewöhnt anzunehmen, Eretz-Israel sei heutzutage sozusagen eine kulturlose Wüste, und wer hier Land zu erwerben wünsche, brauche nur herzukommen und könnte sich nehmen, soviel sein Herz begehrt. Aber in Wirklichkeit ist das nicht so. Im ganzen Land ist es schwer, Felder zu finden, die nicht bestellt sind. (…).“ (in: Ahad Ha´am, Vollständige Werke. Tel Aviv, Devir Publ. House und Jerusalem. The Hebrew Publishing house, 8. Ausgabe, Seite 23)

Tatsächlich exportieren vor den Zionisten die «Beduinen» (die nämlich Getreideanbauer waren) 30000 Tonnen Weizen im Jahr; die durch die Araber mit Obst angebaute Fläche verdreifachte sich von 1921 bis 1942, die der Orangenhaine und der anderen Zitrusfrüchte versiebenfacht sich von 1922 bis 1947, die Erzeugnisse von Gemüse verzehnfacht sich von 1922 bis 1938.

Der Rapport Peel, der dem englischen Parlament im Juli 1937 vom Kolonial-Staatssekretär vorgelegt wurde und dem der rapide Fortschritt der Orangenhaine in Palästina zugrundelag, schätzte, daß von dreißig Millionen Lattenkisten Winterorangen, um die der Weltverbrauch in den zehn kommenden Jahren anwachsen wird, die Produktions- und Exportländer folgende sein würden:

-Palästina: 15 Millionen

USA: 7 Millionen

Spanien: 3 Millionen

Andere Länder wie Zypern, Ägypten, Algerien usw.: 3 Millionen

Quelle: Rapport Peel, Kapitel 8, § 19, Seite 214

Israel wurde aber offiziell erst 1948 gegründet – aufbauend auf einer blühenden Landwirtschaft, die von den Palästinensern geschaffen wurde, DAS ist Fakt!

Wieder einmal betrieb und betreibt die Regierung Israels freche, verlogene Geschichtsklitterung, um ihre angebliche Überlegenheit gegenüber den damaligen Einwohnern, der heute allgemein als Palästinenser bekannte Bevölkerungsgruppe,  zu belegen!