Der Leib als Instrument der Seele – Aspekte der modernen Medizin (3)

Da wir im Frachtraum unseres Kreuzfahrtschiffs noch einige freie Kubikmeter erspähen, finden noch zwei Container Platz, um am Zielhafen möglichst viele Bestandteile zusammen zu haben, die für ein neues Verständnis von Kranksein und von Gesundsein hilfreich sein könnten:

Container Nummer 1 enthält einen Gedanken Wittgensteins: „Die Lösung des Rätsels des Lebens in Raum und Zeit liegt außerhalb von Raum und Zeit“. [1]) – muß der Kosmos, „das raum- und zeitlose da draußen“, als Wirkungsfaktor in unsere Suche nach den Ursachen von Krankheit(en) einbezogen werden?

Tatsache ist, daß permanent kosmische Strahlung auf die Erde niederprasselt. Strahlung, die selbst von einer zwei Meter dicken Bleiplatte nur zur Hälfte absorbiert werden kann, während selbst die stärkste Röntgenstrahlung (Beta-Strahlen) einen ein Zentimeter dicken Bleimantel kaum durchschlagen. Diese Strahlung kann sogar in den Tiefen des Meeres nachgewiesen werden.

Sie kommt aus dem Weltraum. Wir wissen noch nicht, aus welcher «Tiefe», aber es ist «fossile Strahlung», eine, die aus Zeiten stammt, da das Weltall noch ganz kontrahiert war. Die andere, für diese kosmische Strahlung nachgewiesene Tatsache ist, daß sie auf eine anscheinend positive Weise auf die organische Entwicklung von Pflanze und Tief und damit auch auf den Menschen einwirkt.

Wenn also Einflüsse aus dem Orbit Positives bewirken, könnte es nicht auch solche Einflüsse von dort geben, die uns schaden?

Die Wissenschaftler Hoyle und Wickramasinghe erforschten diese Möglichkeit und erklären die allmähliche Abnahme der Gefährlichkeit z.B. von Seuchen, Epidemien und Pandemien so: „Die primäre Staubinfektion durch Kometen ist die tödlichste, und die Übertragung von Person zu Person mindert sie zunehmend in ihrer Virulenz, was über einen begrenzten Zeitraum zu abnehmender Krankheitshäufigkeit führt. (…) Diese Invasoren könnten in Form neuer Viren- und Bakterieninfektionen erfolgen, die in unregelmäßigen Abständen unseren Planeten heimsuchen und und in Form meteoritischer  Klumpen auf die Erdoberfläche sinken.“ [2])

Lyall Watson faßt diese Thematik so zusammen: (…) daß wir aber nicht in einem versiegelten Raumschiff leben, das von seiner Umwelt durch unsere behagliche Luftblase abgeschirmt wird. Die Erde wandert durch Raum und Zeit, und dabei ist sie ständig der komplexen Ökologie unserer Galaxie ausgesetzt, die Kometen und interstellaren Schutt enthält. Und der Raum zwischen den Sternen ist von Molekularwolken durchsetzt, die organische Verbindungen enthalten – Verbindungen, die alles liefern könnten, was zur Erzeugung sich selbst reproduzierenden Lebens erforderlich ist. (Der Kosmos ist) eher (…) ein riesiger, rhythmischer Organismus als wie eine disparate Ansammlung  unverwandter Fragmente, die voneinander fortstreben.“ [3])

Harmonie und Disharmonie im gesundheitlichen Kontext

Was uns zum letzten, wahrscheinlich prall gefüllten Container führt, den wir in unserem Frachtraum versenken: Das Universum schwingt, auch alles in allem Lebenden, ja selbst in nach unserer Definition «Leblosem» (z.B. Kristallen) schwingt, pulsiert – welche Rolle spielen Pulsation und Schwingung in Hinblick auf unseren menschlichen Organismus in Gesundheit und Krankheit?

Welche Rolle spielen hörbare und spürbare Harmonien und Disharmonien, Resonanzen, Dissonanzen beim Aufrechterhalten der unabdingbar notwendigen Homöostase eines Organismus?

Kann das, was wir Krankheit nennen, nicht im untersten Grunde ein Herausfallen aus größeren, übergeordneten Zusammenhängen sein, aus der Geborgenheit in einer großen Schwingung, einer großen Harmonie?

Ist die moderne Hektik, das moderne Gehetztsein, auch ein Grund für ein Zerstören der so notwendigen Harmonien in unserem Organismus, bis hin zur subatomaren Ebene?

Fritz Stege beobachtete folgendes:

„25920  – das ist die Zahl der Jahre, die die Sonne braucht, um bei ihrem Umlauf durch den Zodiac (Tierkreis) abermals den Frühlingspunkt zu erreichen – die sogenannte «Präzessionszahl».

Sie setzt sich zusammen aus 360 mal 72. Die Zahl 360 entspricht der Gradeinteilung des Kreises und dem verkürzten Jahr mit 360 Tagen. 72 ist die Zahl der Pulsschläge eines gesunden Menschen in der Minute, in der er achtzehnmal atmet. Das macht am Tag 18 mal 1440 Minuten = 25920. Die Zahl 1440 erscheint abermals, wenn wir einen Kreisgrad von vier Minuten mit 360 multiplizieren. Demnach verhalten sich die Kreisgrade zu den Zeitpunkten wie der Atem zum Pulsschlag

Die Zahl 72 gilt den Hindus als Symbol des Menschenlebens, dessen Durchschnitt auf 72 Jahre festgelegt wurde, was wiederum genau … 25920 Tage ergibt.

Und dann gibt es wieder Zusammenhänge zwischen 25920 und dem Ton des Normal-A. Denn klingt ein bestimmtes A eine Sekunde lang, dann schwingt der Tonerzeuger 432 mal (ein indisches Tatwa = 432 Atemzüge) – eine Minute lang, dann 25920 mal. Das um zwei Oktaven tiefere A wird in vier Minuten 25920 mal schwingen – 4 Minuten ist 1 Grad der Erdrotation.“ [4])

Plato (vor allem mit dem Dialog «Timaios») und Pythagoras hätten ihre wahre Freude, könnten sie hier und heute als Referenten bei Veranstaltungen für ein neues Weltbild auftreten, oder?

Wer Ohren hat, der höre: In unserem Körper (durch das, was wir sprechen oder singen) und dadurch auch durch in anderen erzeugte Schwingungen sollte Achtsamkeit entgegengebracht werden! Hans Jenny, der Schöpfer der «Kymatik» genannten Wissenschaft, bringt es so auf den Punkt:

„Damit rückt der Kehlkopf und sein Wirken in den Gesichtskreis. Damit gelangt man auch hier in die Region der Genese von Schwingungseffekten, in das erzeugende Element. Man lernt den Kehlkopf als schaffendes Organ kennen, das in seinem Gebiet eine Art omnipotenter Natur entwickelt.“ [5])

Genug der Sammlung von Fakten, die ab einer gewissen Dichte wohl eher zur Verwirrung führen. Es wird Zeit für ein Fazit und für einen Blick auf mögliche Zukunftsszenarien im Bereich von Medizin, Gesundheit und Krankheit.

Bilanz und Ausblick

Unsere Beobachtungen und Überlegungen führten zunächst dazu zu erkennen, daß eine zeitgemäße Medizin, sollte sie diesem Namen gerecht werden wollen, an konsequenten Schlußfolgerungen aus dem veränderten wissenschaftlichen Weltbild für das Verständnis von Krankheit und Gesundheit, ja vom Menschsein per se nicht herumkommt.

Was nun alle Bürgerinnen und Bürger betrifft in Hinblick auf die Auswahlmöglichkeiten medizinischer Behandlung (vor allem der Entscheidung für eine auf diesem veränderten Welt- und Menschenbild fußenden Alternativ- oder Komplementärmedizin), müssen wir zunächst zwischen zwei Gruppen unterscheiden:

  1. Jene, die sich gesund wähnen oder sogar de facto nach klassischem-medizinischen Verständnis gesund sind und auch gesundheitsbewußt leben wollen und sich auch alle möglichen Therapien etc. leisten könnten, die von den Krankenkassen (noch) nicht bezahlt werden
  2. Und Jene – wahrscheinlich die Masse unserer Mitmenschen! -, die sich nichts oder nur sehr wenig an nicht krankenkassenfinanzierten Therapien leisten könn(t)en, ob sie sich jetzt bereits krank fühlen oder es de facto bereits sind.

Bis in erforderlichem Umfang seriöse alternativ-komplementäre medizinische Therapien anerkannt werden, so daß sie in eine neue GOÄ (= Gebührenordnung für Ärzte) oder als Medikamente in die «Rote Liste» Eingang finden, werden die Gletscher geschmolzen sein – was also wäre vorher zu tun?

Da eine Treppe eigentlich und nach allgemeiner Einschätzung wirklich nachhaltig nur von oben nach unten gefegt werden kann, stehen die Chancen schlecht, eine Gesundheitsreform im Kontext des vorab Erkannten hinzubekommen – ein deutscher Gesundheitsminister Spahn z.B würde seine Chancen auf eine Kanzlerschaft doch nicht leichtfertig mindern, indem er «esoterischen Spinnern» den Zugang zu Pfründen gewährt, die seiner Hauptklientel, der Pharmaindustrie, dem «Marburger Bund» und dem allseits verbreiteten Volksglauben an eine solide Weißkittelmedizin schaden!

Aber eine viel wichtigere Frage: Wie steht es um die «Branche» selbst?

Ist die Bandbreite der Alternativ/Komplementärmedizin solide organisiert, spricht sie mit einer Stimme, so wie der «Marburger Bund»?
Nein!!

Kann jeder, der z.B an einem Seminar über Aurachirurgie teilgenommen hat, sich folgenlos und selbst im Falle eines Mißerfolgs ungestraft an meinem Bandscheibenvorfall vergreifen, sofern ich nur mein Einverständnis dazu gab?

Ja!!!!!

Gibt es offiziell und international oder zumindest national verifizierte Standards, die erfüllt werden müssen, nachweisbare Qualifikationen, um behaupten zu dürfen, sich seriös und qualifiziert um die Gesundheit zahlender (oder spendender) Hilfesuchender zu kümmern?

Nein!!!

Besuche ich wegen welchen Leidens auch immer eine Frau Doktor med., kann ich mich zumindest darauf verlassen, daß sie Abitur machte und sich durch ein Studium und mehrere Praktika gequält hat, bevor sie auf die Menschheit losgelassen wurde – welche Sicherheit aber finde ich bei Herrn Josef Müller, der plötzlich erleuchtet wurde, sich seit zwei Jahren «Shaksawi» nennt, weil das Universum ihm dies als seinen wahren Namen mitteilte, der mir mit über die Schulter wallendem, weißen Haar entgegentritt, mit einem Griff meine Chakren in die richtige Schwingungsfrequenz versetzt und sich dann breit lächelnd für die großzügige Spende bedankt? (beide Namen verändert, aber selbst so erlebt)

Es scheint überaus schwierig, aber für eine auch nur einigermaßen solide Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit unumgänglich: Eine erneuerte Medizin, die sich die Quintessenz aus den Erkenntnissen einer Wissenschaft des 21. Jahrhunderts aneignet und sie in solide Therapien umsetzt, muß sich auf den holprigen, gewundenen, fallenreichen Pfad begeben, den auch die heute etablierte Medizin über mehrere Jahrhunderte (!!) beschritt, nämlich Versuch und Irrtum, Mut, Rückschläge, Selbstkritik und gelegentliche Selbstüberschätzung, revolutionäre Fortschritte und schmerzliche Rückschläge. Vor allem aber: Demut…

Die anerkannte Berufsbezeichnung «Heilpraktiker/in» scheint zum Beispiel als ein sehr guter Schritt in diese Richtung, auch Krankenkassen, die sich plötzlich «Gesundheitskassen» nennen und durch neue Leistungen Alternativ-Komplementäres dadurch sozusagen legitimieren.

Aber bleiben wir hartnäckig: Wenn sich im menschlichen Körper Kräfte manifestieren, zu denen selbst eine klassische Ärztin, ein ausgebildeter Heilpraktikerin keinen Zugang finden kann, dafür aber eine Person, die sich «Schamanin» nennt – was dann?

Wer erteilt ein nach DIN-A_XX zertifiziertes Schamanendiplom?

Gilt nur, „wer heilt, hat recht?“ Und wer definiert im Spektrum der neuen Medizin, wann jemand geheilt ist oder aber nur vorübergehend, durch euphorische Zustände zum Beispiel, ein Placeboerlebnis erfährt?

Wir lernten aus unseren Fragestellungen der drei Essays von der Komplexität dessen, was wir Mensch nennen;

und wir haben verstanden, daß monokausale Diagnosen der Vergangenheit angehören müssen, daß der vor einem Ratgebenden, einer Hilfe anbietenden sitzende Rat- und Hilfesuchende ein komplexeres System ist als ein auf eine Ursache zu reduzierendes Krankheitsbündel.

Es bedarf starker, mutiger Persönlichkeiten, um eine liebevoll am Individuum ausgerichtete, in der Öffentlichkeit anerkannte, solide neue Medizin zu organisieren.

Und es bedarf eines Paradigmenwechsels in einer Gesellschaft, die pro Tag mehrere auf Kosten der Gebührenzahler ausgestrahlte brutale Krimis zeigt statt Filmen über Themen, in denen gezeigt wird, daß auch friedvolles Verhalten eine Gesellschaft prägen, formen kann;

die (ja, auch die deutsche!) Gesellschaft muß verhindern, daß „starke“ Männer in schnellen Autos verherrlicht, daß Konsum und Macht in den Himmel gehoben und medial verbreitet werden.

Da könnte die Treppe vielleicht doch von unten nach oben gekehrt werden: Laßt uns seelisch und damit eindeutig auch körperlich gesunde Kinder heranziehen, die den Weg durch die Instanzen („die Treppe aufwärts“) gehen / kehren und endlich der allen Menschen innewohnenden Sehnsucht nach Liebe, nach einem friedvollen Umfeld, nach Wahrhaftigkeit statt sozialer Lüge gerecht werden.

Der meist verstümmelt wiedergegebene und daher mißinterpretierte Satz „Omnium rerum homo mensura est“ (der sogenannte «homo mensura Satz des Prothagoras) wird nämlich meist nur so zitiert: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge…“, was zu einem homozentrischen Weltbild verführt.

In seinem vollen Wortlaut jedoch liest sich das anders: (übersetzt): „“Der Mensch ist das Maß aller Dinge / der Seienden, daß sie seien, der Nichtseienden, daß sie nicht seien“.

Also ein Gedanke, der Herrn Kant hoch erfreute, ein erkenntniskritischer Satz: Wir kleinen Menschlein erkennen nur begrenzt, sehr begrenzt, was das «Seiende» ist – immer, wenn wir glauben, einen kleinen Erkenntnisschritt getan zu haben, öffnet sich uns ein Universum an bitteschön gefälligst und demütig neu zu Erkennendem…

Wir stehen vor der riesigen Herausforderung, in einer Ellbogengesellschaft eine auf bedächtigem, ruhigen und besonnenen Vorgehen fußende neue Medizin etablieren zu wollen, die der liebevollen Weltseele heilenden Zugang zu menschlichen Wesen verschafft – Wesen, die ihrerseits jedoch, zumindest in den sogenannten westlichen Kulturen, sich von der Akzeptanz des Seelischen immer weiter entfernen.

Ein wichtiger Schritt ist dabei, daß immer mehr mutige und gottlob auch humorvolle und eloquente Wissenschaftler ebenso wie solide Quereinsteiger in die Medizin den klassischen Naturwissenschaften Respekt zeugen, aber sie nicht, wie oft geschehen, als Beherrscher, sondern als Diener des Lebens sehen.

In diesem Sinne sei das Schlußwort dem altehrwürdigen Carl Ludwig Schleich gewährt, dessen zweifelsfreies Verdienst es war, der Medizin der damaligen Zeit wieder die Augen zu öffnen für die Metaphysik in unserem Dasein, der Metaphysik als Zwilling der Physik und fernab vom spiritistischen Hokuspokus der damaligen Zeit:

„Leider hat sich die Naturwissenschaft abgewöhnt, auf die Wunder in uns selbst zu achten, die größer sind als die aller spiritistischen Medien. Mich interessiert das Tischrücken, das Kommodenrücken oder das Klopfen von Geistern nicht so sehr wie das Wunder eines Neugeborenen, die Tatsache, daß ich ihm zum ersten mal über die Stirn streichen kann.

Ja, ich muß gestehen, der mir erscheinende Geist meines verstorbenen Vaters würde mich nicht einmal so erstaunen machen, wie der Anblick eines frisch aufbrechenden Kelchs einer Blüte (…) Der Mensch hat soviel Zauberei und Wunder in sich, daß daß wir nicht nötig haben, nach den Wundern zu blicken, die hinter Gardinen und Tischlaken versteckt sind.“ [6])

[1]) Ludwig Wittgenstein, Tractatus Logico-Philosophicus 6.4312  Suhrkamp 1963)

[2]) Hoyle, F. & Wickramashinghe, Does epidemic disease come from space? New Scientist 76, 402-404, 1977

[3]) Lyall Watson, Der unbewußte Mensch. Gezeiten des Lebens – Ursprung des Wissens. MVG 1969  S. 48 ff

[4]) Fritz Stege, Musik, Magie, Mystik. Der Leuchter. Otto Reichl Verlag 1961 S. 30 ff

[5]) Hans Jenny, Kymatik. Wellen und Schwingungen mit ihrer Struktur und Dynamik. Band 2. Basileus Presse AG Basel 1972

[6]) Carl Ludwig Schleich, a.a.O. Bewußtsein und Unsterblichkeit. S. 24

Der Leib als Instrument der Seele – Aspekte der modernen Medizin (2)

Im ersten Aufsatz dieser Reihe wurde die Tatsache beschrieben, daß sich das Verständnis von Materie und damit auch die Vorstellung, die wir uns vom menschlichen Körper machen und dann in der Folge wiederum die Definition von Gesundheit und Krankheit so entscheidend verändert haben, daß durchaus von einem Paradigmenwechsel in der Medizin gesprochen werden darf.

Wenn wir also von der auf diesen Erkenntnissen aufbauenden, naheliegenden Hypothese ausgehen, daß der menschliche Körper (und vielleicht auch der tierische?) lediglich als eine Art Resonanzboden gesehen werden kann, über den welche Kräfte auch immer wie auf einer Geige ihre Melodie spielen, stehen wir vor der eigentlichen Herausforderung herauszufinden, was das denn genau ist, was den Körper, den «Leib» zum Schwingen bringt, ihn als Instrument nutzt, um vielleicht sogar Melodien darauf zu spielen, die zu hören wir bisher noch gar nicht gelernt haben?

Daß die heute noch vorwiegend das Feld beherrschende Sichtweise von Krankheit inzwischen unter Medizinern vermehrt auch „seelische“ Einflüsse als Ursachen für körperliche Beschwerden einräumt, ist übrigens kein Verdienst der orthodoxen Medizin: Es bedurfte erst eines Sigmund Freud und der Begründung der Psychoanalyse und damit einer akademisch aufgestellten Wissenschaft, die sich «Psychologie» nennt, um die Medizinerklasse kräftig aufzumischen.

Ungewöhnliche Verhaltensweisen im Verein mit körperlichen Anomalitäten beobachtet die Menschheit zwar seit eh und je – der gelegentlich von Krämpfen geschüttelte «Irre» (z.B. «Veitstanz» / Epilepsia saltatoria) gehörte im Mittelalter nicht selten zum Stadtbild-, war Teil des Weltbildes: „Die Welt ist eben so“, daß es, neben all den sogenannten «Normalen», auch Narren, Verrückte (ver – rückt = weggerückt vom Normalen, Anm. d. V.) gab und gibt.

Als Kranke im heutigen Sinne wurden sie nicht eingestuft, geschweige denn wurde versucht, sie zu «Normalen» zu therapieren. Körperliche Verhaltensmuster als Reaktionen auf seelische Verfaßtheiten, wie sie zum Beispiel die Katatonie darstellt, zu sehen, kam kaum jemandem in den Sinn.

Seit dem späten 18., intensiv im 19. Jahrhundert, werden sie jedoch erstmals als Krankheiten dokumentiert, zum Beispiel die eben erwähnte Katatonie, eine krampfhafte Anspannung, die den ganzen Körper erfaßt, nicht zu verwechseln mit der Epilepsie. Neben Anderen war es das Verdienst des «Irrenarztes» Dr. Karl-Ludwig Kahlbaum, psychische Erkrankungen präzise zu definieren, vor allem die erwähnte Katatonie und die von ihm so benannte «Hebephrenie».

Dieser Exkurs sollte jedoch nur zu einer Erkenntnis führen, die uns mitten ins Zentrum der Fragestellungen zur Funktion des Körperlichen als Ausdruck des Seelischen führt und die Wilhelm Reich so auf den Punkt brachte: „(…) prägte sich mir die Tatsache ein, daß ein psychisches Erlebnis einen körperlichen Erregungszustand herbeiführen kann, der das Organ dauerhaft verändert“.[1])

Zwischenbemerkung

Wir sollten uns bei diesen Betrachtungen stets bewußt sein, daß es eigentlich eine Anmaßung ist, vom «Menschen» per se zu sprechen! Denn eine alte Lebensweisheit besagt, daß „nichts so gleich ist wie die Ungleichheit der Menschen.
Für den Anatomen mag sich der leblose Körper einer Afrikanerin nicht von dem einer ebenso toten Mongolin, der Verdauungstrakt eines Kaukasiers nicht von dem eines Aborigines unterscheiden.
Was jedoch unser sogenanntes Seelenleben, unser Wahrnehmungs- und Ausdrucksspektrum, unsere Emotionen und so weiter betrifft, liegen nicht selten Welten zwischen den Angehörigen der unterschiedlichsten Kulturen.

Zwar ist die Anthropologie längst vom Rassebegriff des 19. Jahrhunderts abgerückt, der seine Perversion im Deutschland der 1930er erfuhr. Aber die Erkenntnisse der Kulturen übergreifenden Psychologie legen sinnvollerweise eher eine Einteilung in sogenannte «Kulturkreise» nahe, ganz im Sinne der (wohl zu Unrecht!) als überholt bezeichneten Arbeiten Oswald Spenglers:

„Wenn Plato vom Menschen redet, so meint er den Hellenen im Gegensatz zum Barbaren (…) was (Kant) an notwendigen Forderungen des Denkens feststellt, sind doch nur die Formen abendländischen Denkens (…) das ist es, was dem abendländischen Denker fehlt und gerade ihm nicht fehlen sollte: die Einsicht in den historisch-relativen Charakter seiner Ergebnisse, die selbst Ausdruck eines einzelnen und nur dieses einen Daseins sind, das notwendige Wissen um die Grenzen ihrer Gültigkeit, die Überzeugung, daß seine „unumstößlichen Wahrheiten“ und seine „ewigen Einsichten“ eben nur für ihn wahr und in seinem Weltaspekt ewig sind und daß es Pflicht ist, darüber hinaus nach denen zu suchen, die der Mensch anderer Kulturen mit derselben Gewißheit aus sich heraus entwickelt hat (…) Allgemeingültigkeit ist immer der Fehlschluß von sich auf andere. [2])

Das dreibändige «Handbook of Cross-Cultural-Psychology» deutet dies z.B. im Vorwort zum dritten Band folgendermaßen an: „Eine der wichtigsten Fakten über die Psychologie ist, daß die meisten der Psychologen, die jemals gelebt haben und die jetzt leben, in den Vereinigten Staaten gefunden werden. (….) Außerdem ist die Psychologie als Wissenschaft überwältigend eindeutig als Produkt deutscher, französischer, britischer, russischer und nordamerikanischer Bemühungen und damit als ein rein europäisches Unterfangen zu betrachten. (….) Die Datensammlung (der kulturübergreifenden Psychologie) schließt die große Mehrheit der Menschen aus, die in Asien und der südlichen Hemisphäre leben. (…) Sind (psychologische) Theorien also lediglich parochiale Verallgemeinerungen, die auf ethnozentrischen Wirklichkeitskonstruktionen basieren?“ [3])

Und Hans Kilian schreibt in seinem Essay «Das Grundmodell der Verhaltensforschung»:
„In unserer Denktradition bedeutet Wahrheit nämlich immer absolute Wahrheit, ewige Wahrheit, abstrakt formulierbare Wahrheit. Wahrheiten, die wechseln, sind in dieser Sicht eben nur relativ und damit nicht verbindlich (…) Es gibt nicht nur abstrakte und ewige Wahrheiten, sondern es gibt auch konkrete Wahrheiten, die die Wahrheiten einer begrenzten Wirklichkeit sind (…) Wir müssen uns klar machen, daß es gerade das Festhalten an einem absoluten (…) linearen Wahrheitsbegriff ist, welches uns in Resignation, Relativismus und Zynismus stürzt.“ [4])

Bewußtheit und Bewußtsein

Beschränken wir uns also bei unseren weiteren Betrachtungen auf den zentraleuropäischen Menschen, um den Forschungsbereich einzugrenzen. So oder so kommen wir jedoch nicht darum herum, uns mit dem Einfluß des individuellen Bewußtseins und der möglichen, ja sogar höchstwahrscheinlichen kollektiven Bewußtheit zu beschäftigen, wenn wir einen an was auch immer körperlich erkrankten Menschen unseres Kulturkreises betrachten [5]).

Unsere Alltagssprache enthält den Bewußtseinsbegriff auf vielfältige Weise: Ein Bewußtsein für etwas entwickeln, sich einer Sache bewußt sein, etwas bewußt und gewollt tun, ein bewußtes Herbeiführen von etwas usw.

Es ist das Verdienst des grandiosen Kulturphilosophen Jean Gebser, durch die Verbindung von Intuition, Empathie und einer unglaublichen Fülle an empirischen Wissen ein belastbares Schema an menschlichen Bewußtseinsformen entworfen zu haben. Er prägte in diesem Kontext in seinem Hauptwerk «Ursprung und Gegenwart» [6]) den Begriff der «Bewußtseinsmutationen».

Interessant ist dabei die von ihm beobachtete Parallele zur individuellen, menschlichen Entwicklung. Die archaische, die magische, die mythische und die mentale Phase der Kulturen spiegeln sich, in Gebsers Werken auf eine stringente Weise dargelegt, im individuellen Wesen: Der Säugling in der archaischen, das Kleinkind in der magischen, Pubertierende in der mythischen [7]) und erwachende Erwachsene in der reflektierten, „mental“ (von mens = messen, Anm. d. V.) gesteuerten Bewußtseinsstruktur zeigen all jene Merkmale, die auch heute, bei einer Gleichzeitigkeit aller Bewußtseinsstrukturen auf der Erde, zu beobachten sind.

Denn der Ursprung ist auch immer Gegenwart (im Gebserschen Sinne), der sogenannte Erwachsene findet in sich auch immer wieder „das Kind im Manne“, dumpf-magische Reaktionen sind beim hochintellektuellen Professor, der nachts in der Disco «abtanzt» und sich „so richtig gehen läßt“, durchaus stets präsenter Teil der Persönlichkeit. [8])

Details hierzu würden hier zu weit führen, empfohlen wird die Zusammenfassung des Gebserschen Modells im Aufsatz „Abendländische Wandlung“ [9]) mit einer herausragenden Analyse von Physik, Biologie und Psychologie des 20. Jahrhunderts im Lichte der Bewußtseinsformen.

In Hinblick auf medizinische Aspekte sollten wir das Augenmerk jedoch auf folgendes lenken: Die Frage nach der jeweiligen, individuellen Bewußtheit einer „erkrankten“ Person, sozusagen nach ihrem „Bewußtheitsstatus“, könnte in der Kommunikation zwischen Therapeutin / Therapeuten und Hilfesuchenden eine Rolle spielen:

Sitzt die helfende Person – überspitzt formuliert – einem «Kind» (magisch-mythisch) gegenüber oder einem das magisch-mythische in sich verdrängenden, kopfgesteuerten, «mentalen Bewußtsein», das die anderen, stets latent in ihr schlummernden Bewußtseinsformen, verdrängt? (Übrigens ein weiterer, möglicher Grund für kognitive Dissonanzen, die ihrerseits zu körperlichen Beschwerden führen können)

Es scheint, als haben wir auch in diesem Bereich erst den Fuß in der Tür zum Palast des Menschseins: Fragen wie «was ist das Ich», «gibt es so etwas wie ein generelles Bewußtsein» und – zum Themenkomplex der Medizin – «inwieweit steht das individuelle Bewußtsein in Resonanz mit einem kosmischen Bewußtsein», wollen beantwortet werden.

In diesem Zusammenhang wäre es ein Versäumnis, nicht auf die Rolle des «Nervus Sympathikus» einzugehen. Carl Ludwig Schleich bezeichnet ihn als „(…) die erste Inkarnation der Seele, die Idea praeformans plastica in Platons Ideenlehre“. [10]). Seine Basis hat er als das «Sonnengeflecht» unter dem Zwerchfell, und gibt er auf seinem Weg entlang der Wirbelsäule bis zum Gehirn „Weisungen, Ahnungen, Spannungen, die der Verstand nicht geben kann, er ist auch imstande, den Willen und die Richtungen des Alls, den den Rhythmus der Welt auf den Körper zu übertragen; alle Urempfindungen, Klimawechsel, ja Boden- und Schollengefühl (…) Glück oder Nichtglück sind gebunden an die Funktion dieses dritten Gehirns, des Ganglienhimmels des Sympathikus, der mit seinen feien Filigranadern ein wunderbares Netz um um jedes einzelne Organ vom Innenleibe her spinnt.“ [11]).

Es ist über die Maßen verwunderlich, wie wenig dieser zentrale Steuermann in der modernen Medizin Beachtung findet: In Gesprächen mit modernen Medizinern verblüfft nicht selten sogar die Unwissenheit über die Bedeutung dieses Nervenstrangs, der übrigens im Bereich der Wirbelsäule an die Kundalini fernöstlicher Lehren erinnert:

„Nicht nur das Gehirn wird im tiefsten umrankt und durchrieselt von diesem Sympathicusgezweige, sondern alle Nerven, alle Muskeln, alle Drüsen, ja jede einzelne Zelle enthält etwas von diesen Fädchen, den Ausläufern solchen geheimen, goldenen Räderwerks, das gespeist wird von dem Strom der darinnen flutenden unsichtbaren Seele.“

Daß wir nachts nicht aus dem Bett fallen, daß auch unter Narkose alle unsere Organe ordnungsgemäß funktionieren und daß das Orchester unseres Gesamtorganismus tagaus, tagein, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr und nonstop jahrzehntelang sein harmonisches Konzert spielt, ist dem Sympathikus zu verdanken, dieser Nabelschnur zur Weltseele, die in einem wieder erwachten, tieferen Verständnis der metaphysischen Beheimatung des Menschen und seiner Einbettung in ein höheres Bewußtsein wieder eine zentrale Rolle spielen sollte.

Die Bewußtseinsforschung  dürfte unser Verständnis der «Leib-Seele-Kosmos-Verbindung» vielleicht sogar revolutionieren, folgen wir der Vermutung von Amit Goswani: „Die modernen Paradoxien der Wissenschaft lassen sich lösen – wenn man annimmt, daß das Universum nicht aus Materie, sondern aus Bewußtsein besteht.“ [12])

Ist Tabu Nummer 1 der Krankmacher Nummer 1?

„Zählen wir zum sexuellen Untergrund auch den gesamten Bereich der latenten Sexualität, die in Phantasien, Bedürfnissen, Sehnsüchten steckenbleibt und nicht zur Handlung kommt, so dürfte sich im psychosozialen Intimgefüge unserer derzeitigen Gesellschaft der anerkannte Teil der Sexualität zum Untergrund verhalten wie der sichtbare Teil eines Eisbergs zum unsichtbaren. Es gab in der bisherigen Geistesgeschichte wenige Menschen, die sich auf diese Tatsache einließen. Und wenn doch einer das Schweigen brach, so mußte er diesen Frevel gleich wieder gutmachen wie Freud mit seiner anpaßlerischen Sublimierungstheorie, oder er wurde für verrückt erklärt wie Wilhelm Reich. Es gibt kein Thema, das unter den Gebildeten unserer Zeit mehr verdrängt, verleugnet, versteckt wird wie der eigene sexuelle Untergrund“, schrieb Dieter Duhm. [13]).

Arno Plack bringt das geradezu anerzogene Lügen im Bereich der Verdrängung von Sexualität so auf den Punkt: „(…) Gesetzt wir lebten in einer Kultur, in der namentlich die Sexualität in einer Weise reglementiert wird, daß ihr, bei Strafe sozialer Diskriminierung, das Ziel erlaubten Begehrens streng vorgegeben wird – müßte da nicht der Einzelne versuchen, so gut es nur geht, sich heimlich die ersehnten Lüste zu verschaffen, und ängstlich besorgt sein, seine «Intimsphäre» zu verbergen (…) Gewiß, man kann mit Sexualunterdrückung nicht kurzschlüssig jedes soziale Phänomen und jede psychische Störung erklären. Aber in einer Kultur, in der Moral und Sexualmoral, Sittlichkeit und Enthaltsamkeit weithin als gleichbedeutend gelten, läßt sich vieles davon ableiten.“ [14])

Wir haben diesen Aspekt aufgegriffen, weil verblüffenderweise der Themenkreis «Sexualität / gelebte Sexualität / krankmachende verdrängte Sexualität» nur bei sehr wenigen Vertretern eines neuen Verständnisses von Menschsein, Gesundheit und Krankheit erwähnt wird – wer bricht schon gerne ein zweites Tabu, wenn schon der erste, eigene, «esoterische« Ansatz Tabus bricht?!

In diese Thematik einzutauchen, sprengt allerdings den Rahmen dieser Arbeit. Nachvollziehbar ist jedoch: Der klassischen Medizin kann (und darf?) gar nicht in den Sinn kommen, bei organischen Beschwerden die Frage nach der Orgasmusfähigkeit, nach dem Sexualleben der oder des Erkrankten zu fragen!

Auch hier soll der Verweis auf Wilhelm Reichs Erkenntnisse, zum Beispiel bei der Formulierung des Begriffs «Charakterpanzer» und seine Beispiele von verhärteten Bauchdecken (solar plexus?) u.v.a. genügen. [15])

„Ach, das ist ein altes Kriegsleiden!“

Als wäre die Auswahl an möglichen Ursachen für körperliche Beschwerden nicht schon groß genug, erweitern die verblüffenden Erkenntnisse vor allem aus der Aurachirurgie das Terrain – was aus seriösen Rückführungen bekannt ist, scheint sich nämlich durch erfahrene Therapeuten als auch in der Aura manifestiert „aufspüren“ zu lassen: Die Erlebnisse aus früheren Inkarnationen manifestieren sich auf die eine oder andere Weise in der jeweiligen jetzigen Inkarnation. [16])

Das große Geschäft mit Rückführungen und dem Aufspüren von «Engrammen» machte und macht eine der gefährlichsten Sekten weltweit: «Scientology», eine Lehre mit einer gefährlich-verführerischen, eklektizistischen Mixtur aus Psychoanalyse und Science fiction – ein, wenn nicht DAS, warnendste Beispiel dafür, wie das neue Welt- und Menschenbild , wenn entsprechend aufbereitet, Menschen in die immergleiche Falle der Manipulation führen kann, wenn dieses tiefe Wissen um unsere Existenz nicht sachlich, objektiv und seriös vermittelt wird – Hände weg von Trickbetrügern wie dieser dubiosen Bewegung!

So erweist sich die Frage nach durch in verschiedenen Inkarnationen wiederkehrenden „alten Kriegsleiden“ als ein weiteres Gebiet der Forschung für ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit: Das, was wir Seele nennen, bleibt offensichtlich auch nach dem Tode erhalten und (re)inkarniert sich [17]) – „drückt sich“ – erneut in einem anderen Körper aus, offensichtlich auch mit schmerzhaften Erinnerungen aller Art im Gepäck!

Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang auf eine der Arbeiten von Carl Ludwig Schleich zum Thema Unsterblichkeit hinzuweisen, die ich, zusammengefaßt, als Hörbuch publizierte, das Sie natürlich nicht kaufen müssen, wenn Sie nicht unbedingt wollen…. [18])

Legen wir dieses – zugegeben auf unserem jetzigen, monokausalen und linearen Denken fußende – Modell zugrunde, das da heißt, Emotionen, Erfahrungen aus einer spezifischen Inkarnation spiegeln sich in einer anderen Inkarnation, stehen Krankheitsbilder plötzlich in einem anderen Kontext (s. Rudolf Steiner und Gerhard Klügel, Teil 1 des Essays).

In diesem Zusammenhang muß unbedingt auf die wertvolle Arbeit des ehrenwerten Rabbi Yonassan Gershom, Theologe und chassidischer Geschichtenerzähler, hingewiesen werden, der einen tiefen Einblick in den Umgang des Judentums mit dem Thema Wiedergeburt gewährt und während fünfzehn Jahren Gespräche mit Menschen führte, die, obwohl nach dem 2. Weltkrieg geboren, von Erinnerungen an Erlebnisse aus ihrer jüdischen Vergangenheit in der Hitlerzeit geplagt werden – ein höchst solider Beitrag und Beleg für die tiefe Verwurzelung der Lehre von der Seelenwanderung nicht nur in den fernöstlichen Religionen. [19])

Dieser Themenkomplex wäre nicht mehr als eine interessante Beobachtung, würden diese Einflüsse aus früheren Existenzen nicht tatsächlich zu Krankheitsbildern im jetzigen Leben führen – und mit genau dem beschäftigen wir uns in diesen drei Essays.

Zweite Zwischenbilanz

Im ersten Hafen, den wir ansteuerten, luden wir Erkenntnisse über die Tatsache der unausweichlichen Einbettung eines veränderten Verständnisse von Medizin, Krankheit und Gesundheit in ein sich revolutionär wandelndes Weltbild in unseren Frachtraum.

Im zweiten Hafen packten wir soeben noch einige Container obendrauf: Vorbei mit jahrhundertelang vermuteter, eindeutiger Monokausalität von körperlichen Symptomen!

Da bereits im ersten Hafen die Sache auf den Kopf gestellt wurde und der sichtbare Körper mit seinen krankhaft erscheinenden Symptomen als so eigentlich gar nicht vorhanden entlarvt wurde, offenbart sich nun eine illustre Palette von durch verantwortliche Therapeutinnen und Therapeuten von morgen zu analysierenden, möglichen Ursachen von Erscheinungen, die von Betroffenen als belastend empfunden werden (als schmerzend, als krank etc.).

Stochert die Medizin von heute wie Blinde im Nebel?

Was schon jetzt gesagt werden kann ist, daß die Medizin der Zukunft einer Generation von Frauen und Männern bedarf, die aus dem Gefängnis ausbrechen, das wir im ersten Essay durch den renommierten Mediziner Friedmann so formuliert fanden:

„Gewiß, alles Gute den Menschen; nur nicht auf Kosten unseres mühsam erarbeiteten Ruhmes und der Methoden, von denen wir unsere Existenz polstern! (.) Der letzte Widerstand gegen eine Neuerung in der Medizin ist immer, daß Hunderttausende von Menschen davon leben, daß etwas unheilbar ist. Alle Institutionen, alle Berufe, ganze Gewerbe, Hotels, Sanatorien sind nun einmal darauf zugeschnitten auf diese freilich bedauerliche Tatsache (.), denn das Gesetz des ökonomischen Egoismus ist stärker als jede Humanitätsidee!“

Für das 21. Jahrhundert und die deutsche Medizin bringt es ein Artikel in der «SÜDDEUTSCHE Zeitung» vom 13. März 2018 so auf den Punkt:

„Zu viele Operationen, zu häufige Untersuchungen – das könnte ein Grund dafür sein, daß es den Menschen in Deutschland schlechter geht als in anderen Ländern (mit Ausnahme der USA), die von der Bevölkerungsstruktur und der Krankheitshäufigkeit weitgehend vergleichbar sind. Zudem sind die Menschen in Deutschland mehr als doppelt so oft beim Arzt wie die Schweden, Dänen und Schweizer, die jedoch trotzdem – oder deshalb? – länger leben und gesund bleiben.
Überhöhte Preise, unsinnige Behandlungen, falsche Anreize – der 2017 gestorbene Gesundheitsökonom Uwe Reinhardt hat immer wieder vor Ungerechtigkeiten und Auswüchsen des Systems gewarnt. Er sah mit Sorge die Folgen einer Medizin, die nicht die Bedürfnisse der Patienten, sondern die Verlockungen des Marktes in den Mittelpunkt rückt
.“

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[1]) Wilhelm Reich, in: Die Entdeckung des Orgons / Die Funktion des Orgasmus. Kiepenheuer & Witsch 1969
S. 55

[2]) Oswald Spengler, in : Der Untergang des Abendlandes (Einleitung). C. H. Beck 1980 S.  31ff

[3]) “One of the key facts about psychology is that most of the psychologist who have ever lived and who are now living can be found in the United States. (…) Moreover, psychology as a science is so overwhelmingly the product of German, French, British, Russian and North-American efforts that it is fair to consider it an entirely European-based enterprise (…) The data base (of cross-cultural-psychology)  excludes the great majority of mankind who live in Asia and the Southern hemisphere. (…) Are theories merely parochial generalizations, based on ethnocentric constructions of reality?” in: Handbook of Cross-Cultural Psychology, Basic Process, Volume 3. Preface

 

[4]) Hans Kilian, Das Grundmodell der Verhaltensforschung. In: Jahrbuch für kritische Aufklärung – Club Voltaire II. Rowohlt 1965

[5]) Wobei auch hier der interessante Forschungsansatz lautet zu prüfen, ob nicht auch ein «kollektives Unbewußte» seine Abgrenzung zu anderen «kollektiven Unbewußten» erfährt? Ist das kollektive Unbewußte des Zentraleuropäers absolut identisch mit dem der Zentralafrikaner? M.a.W.: wie «kollektiv» ist das «Kollektive»?

[6]) Jean Gebser, Ursprung und Gegenwart. Die Fundamente der aperspektivischen Welt – Beitrag zu einer Geschichte der Bewußtwerdung. Novalis Verlag 1986

[7]) Man beachte hier die Doppelbedeutung von „mythein“, was sowohl  Schweigen als auch Sprechen bedeuten kann – hervorstechendes Merkmal der mythischen Bewußtseinsstruktur ist die Ambivalenz und Doppeldeutigkeit,, wie wir sie z.B. auch im lateinischen «altus» finden, das ja sowohl hoch als auch tief bedeuten kann. Siehe Jean Gebser, a.a.O.

[8]) Wenn das Ohr durch seinen Höhlencharakter als das typisch magische Organ eingestuft wird, ist das ekstatische Abtauchen in stampfende Beats oder, bei geschlossenen Augen, in Beethovens 5. nachvollziehbar.
Übrigens fanden neueste Forschungen heraus: Beethovens 5. war eine gewisse Agnes aus München (dies ist ein Test um herauszufinden, ob Sie die Fußnoten auch wirklich lesen…!)

[9]) Jean Gebser, Abendländische Wandlung. In: Jean Gebser Gesamtausgabe Band 1 Novalis 1986

[10]) Carl Ludwig Schleich, in: Bewußtsein und Unsterblichkeit. Deutsche Verlags-Anstalt 1920 S. 19

[11]) Carl Ludwig Schleich, a.a.O. S 18 ff

[12]) in: the quantum activist – über die Wissenschaft zu Gott HORIZONFILM 2016

[13] )Dieter Duhm, Synthese der Wissenschaft, a.a.O.

[14]) Arno Plack, in: Ohne Lüge leben DVA und Ex Libris (Zürich) 1979

[15]) Wilhelm Reich, a.a.O.

[16]) Gerhard Klügl / Tom Fritze, Quantenland, a.a.O.

[17]) inkarnieren = „ins Fleisch gehen“ (lat. carne = Fleisch)

[18]) Carl Ludwig Schleich, Das Problem des Todes. Lorenz.Publishing 2017

[19]) Yonassan Gershom,, Kehren die Opfer des Holocaust wieder? Rudolf Geering Verlag / Verlag am Goetheanum Dornach 1997

Der Leib als Instrument der Seele – Aspekte der modernen Medizin (1)

„Es geht nicht darum, den anderen des Irrtums zu überführen, sondern sich mit ihm zusammen in einer höheren Wahrheit zu treffen[1]), schrieb Blaise Pascale in den Pensées – wer in diesen
Tagen Gesundheit und Krankheit zum Thema hat, wer Arzneien und medizinische Therapien anbietet, sollte immer wieder an diese These erinnert werden!

So gerät zum Beispiel jemand aus dem Lager, das als Alternativ- oder Komplementärmedizin bekannt ist, nicht selten in Versuchung, die etablierten «Götter in Weiß» als bereits vom Sockel gestürzte Säulenheilige zu sehen;

und die dermaßen angeschwärzten, weißbetuchten Götter verdrehen gerne die Augen, wenn von Homöopathie, Aurachirurgie, Hypnosetherapie oder Geistheilung die Rede ist – gibt es denn tatsächlich eine höhere Wahrheit, in der sich beide der auf den ersten Blick Lichtjahre voneinander entfernten Lager friedlich, kooperationsbereit und im besten Fall sogar neugierig auf eine neue, gemeinsame Wahrheit, treffen könnten?

Menschenbild

„Wir brauchen kein neues Menschenbild, wir müssen das alte nur richtig verstehen“, sagte Peter Bieri, Prof. f. Philosophie an der Freien Universität Berlin, in einem SPIEGEL-Interview im Oktober 2005.

Dann fragen wir doch zunächst nach dem „alten Menschenbild“ – gibt es bei der Formulierung eines solchen überhaupt einen Konsens zwischen Vertreterinnen und Vertretern beider Lager?

Der Begriff «ganzheitlich» ist ein Lieblingsbegriff der Alternativ- und Komplementärmedizin. Bei näherem Hinsehen jedoch muß von diesem Lager eingeräumt werden, daß dieser terminus technicus wohl etwas zu hoch gesteckt ist. Er sollte daher wohl vorläufig etwas zurückhaltender gebraucht werden.

Ein Beispiel: Wer Kranke isoliert von deren sozialem Umfeld therapiert, übersieht die inzwischen eindeutig nachgewiesene Komponente des gravierenden Einflusses von alltäglichen Lebensumständen, Partnerschaftsbeziehungen, Bedingungen am Arbeitsplatz und anderen sozialen Vernetzungen, in denen nicht selten die wahren Ursachen für Krankheit und Leiden zu sehen sind.

Ganzheitlich sieht allein der liebe Gott die Dinge, wir Menschen sollten einräumen, daß unsere Sichtweise sich zwar ständig erweitert, aber von einem wirklich ganzheitlichen Verständnis des Menschen sind wir noch weit entfernt, da wir ja noch nicht einmal das Universum in all seiner Komplexität verstehen, in das wir kleine Menschlein eingebettet sind.

Es ist, bei allen Theorien, die durch die Arbeit höchst seriöser Frauen und Männer aus vielen unterschiedlichen Disziplinen immer solider und realistischer formuliert werden, noch keine verläßliche, für alle Menschen gültige Matrix formuliert, um überhaupt zu bestimmen, was Menschsein per se bedeutet.

Wer also isoliert zum Beispiel Reinkarnationstherapie anbietet, oder Hypnosetherapie, Farbtherapie, Klangtherapie, Atemtherapie usw., darf in keinem Fall behaupten, die Hilfesuchende, den Ratsuchenden rundum und ganzheitlich verstanden oder gar „geheilt“ zu haben.

Andrerseits erscheint das Menschenbild der Medizin, vor allem des vergangenen Jahrhunderts, auch heute noch in vielen Bereichen wie das Bild, das ein Kfz-Meister bei ATU von einem Auto hat:

„Oh oh oh . sieht nicht jut aus .datt ist die Lichtmaschine, aber null Problemo, tauschen wir gleich aus, zweihundertfünfzig Euro, dann läuft die Karre wieder..!

Als der Arzt Carl Ludwig Schleich, der jahrelang mit Virchow arbeitete, vor dem Chirurgenkongress in Berlin 1892 antrat, um seine wirklich sensationelle Erfindung dessen vorzustellen, was heute als «Lokalanästhesie» Alltag ist, blitzte er ab, wurde belächelt, angefeindet, ausgestoßen.

Der damals bereits berühmte Mediziner Friedmann tröstete ihn: „Gewiß, alles Gute den Menschen; nur nicht auf Kosten unseres mühsam erarbeiteten Ruhmes und der Methoden, von denen wir unsere Existenz polstern! (.) Der letzte Widerstand gegen eine Neuerung in der Medizin ist immer, daß Hunderttausende von Menschen davon leben, daß etwas unheilbar ist. Alle Institutionen, alle Berufe, ganze Gewerbe, Hotels, Sanatorien sind nun einmal darauf zugeschnitten auf diese freilich bedauerliche Tatsache (.), denn das Gesetz des ökonomischen Egoismus ist stärker als jede Humanitätsidee!“ [2])

Obwohl der modernen Ärzteschaft zugebilligt werden muß, daß sich etwas bewegt in Hinblick auf die Anerkennung anderer als nur rein mechanistischer Faktoren, die den homo erectus erectus gesund erhalten oder erkranken lassen, erinnert die Situation an einen Slogan der Studentenbewegung von 1968: „Unter den Talaren / der Muff von tausend Jahren!“.

Denn die spirituelle Komponente des Menschen gerade in dem so wichtigen Bereich seines Wohlbefindens, dem Erhalt seiner Lebenskraft und Lebensfreude, auszublenden und nur sehr, sehr schleppend zumindest die Erfahrungen der sogenannten Psychosomatik ansatzweise in Therapien einzubeziehen, scheitert hic et nunc schlichtweg daran, daß die GOÄ und das festgezurrte Kassenabrechnungssystem das nicht hergeben.

So mögen einzelne, durchaus verantwortungsvoll arbeitende Medizinerinnen und Mediziner in ihrem Behandlungszimmer, eingezwängt in eine kognitive Dissonanz, erkennen, daß da vor ihnen ein Mensch sitzt, der z.B. ein Arbeitsleben führen muß, das ihn krank macht. Aber leider muß er behandelt werden, wie der Kfz-Meister ein Auto «repariert», nämlich wie ein nach mechanischer Logik funktionierender Apparat aus Nerven, Knochen, Blutbahnen und … ach ja, und einem nicht selten gebrochenem Herzen…

 

Dolchstoß für die einseitig organorientierte Medizin

Nietzsche schrieb in «Menschliches, Allzumenschliches»: „Nichts rechnen wir einem Menschen so hart an, als wenn wir über ihn umlernen müssen.“

So ergeht es in diesen Jahren der medizinischen Forschung: Es muß umgelernt werden über den menschlichen Körper, ja, über all das, was wir Materie nennen – und das rechnen manche etablierten Medizinprofessoren den Wegbereitern komplementärer oder gar revolutionär alternativer Diagnosemethoden und Therapien meist hart an.

Wobei erstaunlich ist, daß es beinahe hundert Jahre gedauert hat, bis die Botschaft über unsere Irrtümer bei der Definition des Begriffs der Materie endlich auch bei den Lehrstühlen der Medizin ankommt. Denn Heisenberg, de Broglie, Planck, Schrödinger, Pauli und last but not least Einstein brachten das alte Weltbild schon spätestens in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts endgültig zum Einsturz.

„Mit siebzehn sieht man noch Bäume / mit siebzig nur Zwischenräume“, wie eine pfiffige Version des Schlagers aus den 1960ern lautet.

Nach siebzig Jahren Forschung in den Bereichen Quantenphysik, Quantenmechanik, Quantenbiologie und verwandten Gebieten sahen wir tatsächlich bereits in den 1990ern nur noch Zwischenräume: Nämlich das «Feld», wie es die Physiker nennen.

Und nichts als das Feld, nur hier und dort eine Erregung dieses Feldes: Das ist dann zum Beispiel die Tastatur, auf der ich diesen Text schreibe oder der Stuhl, auf dem ich sitze – alles erweist sich als eine Illusion, alles sind nur Zwischenräume, die kurzfristig erregt sind und uns als Materie erscheinen.

Einstein formulierte diese Erkenntnis in «Das Raum-, Äther- und Feldproblem» so: “Wir können daher Materie als den Bereich des Raumes betrachten, in dem das Feld extrem dicht ist … in dieser neuen Welt ist kein Platz für beides, Feld und Materie, denn das Feld ist die einzige Realität.

Und der große deutsche Physiker Walter Thirring beschreibt es in einem Artikel in «Bild der Wissenschaft» bereits im Jahr 1971 so: „Was uns als Teilchen erscheint, ist nur eine lokale Erregung des Feldes. Das Feld existiert immer und überall, es läßt sich durch nichts entfernen; es ist der Träger allen materiellen Geschehens. Es ist das «Nichts», aus dem das Proton die Pi-Mesonen schöpfte. (.) „

Wer hätte gedacht, daß sich aus dem auf den ersten Blick nüchternen Bereich der sogenannten «Quantenfeldtheorie» so weitreichende Schlußfolgerungen ergeben, daß sogar Religionen und philosophische Gebäude erschüttert werden!

Unser großartiger deutscher Philosoph Ernst Cassirer ging schon 1920 so weit zu behaupten, „Die Wirklichkeit (…) ist nicht die von Dingen, sondern von Gesetzen und Relationen.[3])

Und als wären all diese mittlerweile als erwiesen geltenden Erkenntnisse nicht schon Schock genug für unser herkömmliches, gewohnheitsmäßig fortgeschriebenes Welt-, Menschen-, Gesundheits- und Krankheitsbild, setzen mutige Vordenker noch eins drauf.

So war zum Beispiel eines der spannendsten wissenschaftlichen Paare Wolfgang Pauli und Carl-Gustav Jung. Pauli, als zunächst sehr rationaler Naturwissenschaftler und Mathematiker, öffnete Jung allmählich seine Traumwelt, was zu einer der fruchtbarsten Begegnungen des 20. Jahrhunderts führte, der Verbindung zwischen Quantenphysik und Psychologie.

Ich empfehle jeder und jedem an der Thematik der modernen Medizin Interessierten die Lektüre der Beschreibung dieser jahrelangen, wechselseitigen Inspiration, obwohl sie auf den ersten und zweiten Blick mit Medizin nichts zu tun hat, aber mit der Öffnung hin zu einem revolutionärem Weltbild, das alle Bereiche des Daseins berührt – die Lektüre lohnt sich. [4])

Jung präzisierte während der Periode der Arbeit mit Pauli die Begriffe der «Synchronizität» und des «kollektiven Unbewußten», die sich als entscheidendes Momentum in unser aller Alltag bestätigen;

Rupert Sheldrake griff in die gleiche Schatzkiste und formte unser Verständnis für das, was er «morphische Felder» nennt und was getrost als ein weiterer Beleg betrachtet werden darf für die Resonanz des Individuellen mit kollektiven Prozessen;

der «schlafende Prophet» Edgar Cayce erklärte seine in Trance diktierten Rezepte für kranke Ratsuchende als ein schlichtes Anzapfen dieses riesigen, allumfassenden Wissens, das raum- und zeitlos und offensichtlich von nahezu allen abrufbar das füllt, was die Physiker eben einfach nur «das Feld» nennen;

der international renommierte deutsche Biophysiker Dieter Broers überspringt alle künstlichen Grenzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, sieht Materie vor allem als geballte Information und zieht die Schlußfolgerung, „daß Liebe der elementare Grundzustand des Seins ist“ [5]);

Dr. Klaus Volkamer schließlich, ein ebenso renommierter wie international anerkannter Physiker, führte Messungen durch, die eindeutig beweisen, daß sich im Zustande tiefster Meditation das Körpergewicht verringert, ebenso im Tiefschlaf, und zieht daraus verblüffende Schlußfolgerungen zur Feinstofflichkeit – jenseits von Newton;

der renommierte Aurachirurg Gerhard Klügl spricht vom Prinzip der «karmischen Muster», die sich als Krankheiten in der derzeitigen Existenz manifestieren. [6]) Eine Überlegung, die Rudolf Steiner bereits 1908 so formulierte:

„Die Seele kämpft gegen ein unbrauchbares Organ, sie läuft Sturm gegen dasselbe und zertrümmert es. Das Organ wird zertrümmert unter dem Einfluß der Seelenkräfte. Die Folge davon ist die Reaktion: Es tritt ein Heilungsprozeß ein, um das Organ wieder aufzubauen. (.) Jetzt hat die Seele durch die Zertrümmerung eine andere Kraft in sich aufgenommen, so daß sie das nächste Mal, bei einer entsprechenden Wiederverkörperung, das Organ so gestalten kann, daß sie damit ihre Arbeit ausführen kann. So kann es die Krankheit sein, die uns tüchtig macht, in einem nächsten Leben das wieder gut zu machen, was wir in diesem Leben wiedergutmachen wollten, aber nicht konnten.

So ist die Krankheit ein Prozeß zur Aufwärtsentwicklung. Damit die Seele die dazu nötige Kraft entwickelt, muß das im jetzigen Leben nicht ausreichende Organ zertrümmert werden.

Das Gesetz, das da waltet, muß so ausgedrückt werden: Der Mensch muß sich seine Kräfte Stück für Stück dadurch aufbauen, daß er Widerstände in der physischen Welt überwindet. Das ist der tiefere Grund aller Krankheiten. Unsere jetzigen (…) Fertigkeiten waren unsere Krankheiten im früheren Leben.“ [7])

 No business like Showbusiness

Störend für bedächtig-umsichtig forschende und beobachtende Menschen, zu denen zu zählen ich mir erlaube, sind allerdings stets apodiktische Urteile, wie sie zum Beispiel gelegentlich bei Steiner, aber auch bei vielen Vertretern neuer medizinischer Therapien zu finden sind: „So ist es, und nicht anders!“.

Alles auf göttliche Eingebung zurückzuführen, mag nämlich nicht immer überzeugen, besonders, wenn Engel zu jemandem sprechen oder „die geistige Welt“ angezapft wird, was eine sehr individuelle Erfahrung ist und vom Umfeld weder verifiziert noch falsifiziert werden kann.

Wünschenswert wäre auch im Bereich der neuen Weltsicht von allen Vertretern, was wir als altmodisch-humanistisch erzogene und in der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts geformte Profis gelernt haben: Eine These, ein Konzept, eine Theorie zur Diskussion zu stellen, statt etwas als nicht zu hinterfragende Tatsache zu behaupten, als ein „a priori“ – eine gewisse „fragende Bescheidenheit“ wäre von Seiten vieler nicht selten selbst ernannter Gurus einer neuen Zeit angebracht.

Es war stets verlockend, Neues als Absolutes zu verkaufen. Aber Erkenntnisse, die Menschen nützen, helfen, wollen nicht «verkauft» werden, nicht auf dem Jahrmarkt der hochdotierten Referate gehoben werden … Jesus hatte wenig auf dem Konto, als er sich verabschiedete…

Die Erfahrung bei der Beschäftigung mit dieser Thematik zeigt: Auch hier sind es die Unauffälligen, die Zurückhaltenden, die sich nicht als Heilsbringer Darstellenden, bei denen wertvolle Antworten zu finden sind: „Folge denen, die die Wahrheit suchen und mißtraue denen, die sie gefunden haben!“

Konsequenzen für die aktuelle Medizin

„Medicus curat, natura sanat!“ (Der Arzt behandelt, die Natur heilt)– eine Besinnung auf diese wahrscheinlich auf Hippokrates zurückzuführende Einsicht drängt sich wohl als erstes auf, wenn wir Bilanz ziehen aus den bisherigen Überlegungen. So verstehen ihre Arbeit auch all die seriösen Medien, die Hilfesuchenden mit «Geistheilung» zu einem neuen Wohlbefinden verhelfen.

Das alles überragende Fazit aus all den neuen oder wiederentdeckten Erkenntnissen und Weisheiten lautet für die orthodoxe Medizin: Die Zeiten, in denen wir nur noch fremdbestimmt körperliche Symptome kurieren lassen, ohne deren in den Tiefen unserer
Persönlichkeit, unserer Seele, unseres inkarnierten Ichs schlummernden Ursachen nachzuspüren, werden bald der Vergangenheit angehören!

Es darf zurecht von einem einzigartigen Paradigmenwechsel gesprochen werden, von unumkehrbaren Prozessen, die die momentan noch das Gesundheitswesen dominierende Medizin zunächst ergänzen, letztlich aber nahezu völlig in die Nische der Notfall-Reparaturen verweisen dürfte.

In den 1980er Jahren interviewte ich in der Schweiz den Physiker, promovierten Mediziner und Naturheilarzt Jürg Reinhard und lernte in den Folgejahren seine großartigen Bücher kennen und schätzen. Im Inhaltsverzeichnis seines Buches «Heilung aus dem Kosmos»[8]) findet sich zum Beispiel die Kapitelüberschrift «Wie Sternenkräfte in den Menschen gelangen». Alleine dieses Thema würde in einem erneuerten Medizinstudium zwei, drei Semester benötigen!

In Dr. Reinhards Standardwerk «Unerhörtes aus der Medizin» [9]) findet sich die Kapitelüberschrift «Um die Krankheit an der Wurzel zu fassen, müßte der kranke soziale Organismus kuriert werden» – hier liegt die doppelte Herausforderung für eine zeitgemäße Medizin.

Denn da es, um mit Adorno zu sprechen, „kein richtiges Leben im falschen“ [10]) gibt, fällt es uns allen immer schwerer, in einer entsinnlichten, virtuellen, vom Zwang der Ökonomie geprägten Leben seelisch gesund zu bleiben.

Und da der Leib als Instrument der Seele wie ein Seismograph alle Erschütterungen in unseren Befindlichkeiten aufzeigt, wird die Medizin von morgen und übermorgen körperliche Symptome zum Anlaß nehmen, um u.a. zum Beispiel über die Aura, über den Astralleib, Zugang zur wahren Diagnose dessen zu finden, was wirklich krank ist an und / oder um uns herum.

Wir suchen (und werden finden!) „das Glück einer höheren, im Geist verankerten Gesundheit“ [11]), soviel steht wohl, bei all den wachsenden Bemühungen um ein Leben in einem bitteschön endlich mal richtigen Leben, außer Zweifel.

Mutige Wegbereiter zu einem mit sich selbst und dem Universum versöhnten Menschen haben längst erkannt, was Dieter Duhm, der Universalgebildete, so auf den Punkt brachte:

„Der Kern des Menschen ist metaphysischer, übersinnlicher, transzendentaler Natur. (.) Die These vom metaphysischen Zentrum des Menschen ist keine religiöse, sondern eine wissenschaftliche Aussage.“ [12]).

Gott reicht uns in diesen Jahren sozusagen die Hand: Gestern und heute bei Fortschritten in der Arbeit mit der Materie, wie wir sie bis anhin deuteten, was als Grundlage zum Beispiel für die moderne Technik als belastbar erwies.

Nun wird uns die Hand gereicht für eine erweitere Sicht auf Materie, wie sie sich geradezu in einem Erkenntnisquantensprung offenbart – was für ein Geschenk!

Meine Zwischenbilanz

„Es ist nicht Sache der Lebenden, sich über die Ärzte zu beklagen“, schrieb Honoré de Balzac in «Pierre Goriot», mit der von ihm gewohnten Ironie.

Anstatt uns erst nach unserem Hinschied über unsere Ärzte zu beklagen, sollten wir sofort mit ihnen zusammen den mühsamen Weg des Analysierens, des kritischen und gegebenenfalls auch sich selbst und die angewandten Methoden Hinterfragens und des Förderns einer kopernikanischen Wende in der Medizin gehen, weg von der Fokussierung auf den sichtbaren Körper, hin zu dem, was diesen physischen Körper eigentlich prägt.

Die individuelle Gesunderhaltung und / oder Gesundung mag durch Yoga und andere Praktiken vorangetrieben werden – solange sich jedoch unsere Gesellschaft in ihren Grundstrukturen nicht ändert, solange Menschen vor allem in der Arbeitswelt gedemütigt, aus­gebeutet, gestreßt werden, solange nicht bereits in der Kindheit eine sich selbst liebende und akzeptierende, innere Harmonie gefördert wird, kann der gesamte Volksköper nicht gesunden.

Somit ist die medizinische Revolution auch und vor allem eine politisch-ökonomische.

Was Wilhelm Reich, dem Entdecker der universellen Energie, die er «Orgonenergie» [13]) nannte, angetan wurde, darf sich nicht wiederholen: Entdeckungen, die dazu führen können, daß Menschen mit geringstem Aufwand medizinische Hilfe zugute kommt, die nicht von medizinischen Monopolisten für teures Geld verkauft wird, sondern mit einfachsten Mitteln zugänglich ist, wie z.B. Aurachirurgie, Geistheilung und Nutzung der «Orgonenergie», gehören in liebevolle Hände statt in ökonomische Mega-Strukturen.

Wilhelm Reich: „Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ [14])

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[1] Il ne s’agit pas de condamner l’autre de l’erreur, mais de le rencontrer dans une vérité supérieure

 

[2] Carl Ludwig Schleich, in: Besonnte Vergangenheit. Rowohlt 1920, S. 252

[3]) Ernst Cassirer, Zur Einsteinschen Relativitätstheorie. Band 10 Gesammelte Werke Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt S. 96

[4]) Artur I. Miller, 137 – C.G. Jung, Wolfgang Pauli und die Suche nach der kosmischen Zahl. DVA 2011

[5]) Dieter Broers, Vorwort zu «Das Ego im Dienste des Herzens – ein neues Eden« Dieter Broers Verlag Ldt. 2016

[6]) Gerhard Klügl / Tom Fritze, Quantenland. Akana 2012

[7]) Rudolf Steiner, in: Krankheit und Heilung. Rudolf Steiner Ausgaben e.K. 2014 S. 67 ff

[8]) Dr. Jürg Reinhard, Heilung aus dem Kosmos – vom Umgang mit Gestirnen, Geist und Geistern. Hallwag  1997

[9]) Jürg Reinhard und Adolf Baumann, Unerhörtes aus der Medizin – Gespräche eines Anthroposophen mit dem Physiker, Naturheilarzt und Bergführer Dr. Jürg Reinhard

[10]) Theodor W. Adorno, in: Minima Moralia

[11]) Kurt Weibel, im Nachwort zu Jürg Reinhard «Heilung aus dem Kosmos»

[12]) Dieter Duhm, in: Synthese der Wissenschaft. Der werdende Mensch. Kübler Verlag 1979 S. 93

[13]) s. Wilhelm Reich, Die Entdeckung des Orgons. Die Funktion des Orgasmus.
Kiepenheuer & Witsch 1969, im Original 1942 by Orgone Institute Press Inc.

[14]) Wilhelm Reich, a.a.O.